Deutsche Bahn

Boom bei der Bahn: Eine Million Passagiere mehr im Januar

Die Deutsche Bahn hat im Januar eine Million mehr Zugtickets verkauft als im Januar 2019. Das sind die Gründe für den „Fahrgastboom“.

Die Bahn hat im Januar eine Million mehr Tickets verkauft als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Bahn hat im Januar eine Million mehr Tickets verkauft als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Berlin. Eine Million mehr Passagiere reisten allein im Januar mit der Deutschen Bahn. Das teilte der Konzern mit. Die Bahn sieht nach eigenen Angaben die Senkung der Mehrwertsteuer auf Fernverkehr-Tickets einen „Fahrgastboom“ als Grund.

In den ersten vier Wochen des Jahres sei die Zahl der Reisenden „von elf auf 12,2 Millionen gestiegen, also um 10,7 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres“, erklärte Bahn-Chef Richard Lutz. Dies sei – zumindest teilweise – das Ergebnis der Mehrwertsteuersenkung auf Fernverkehrsfahrkarten, so Lutz

Ticketpreise der Bahn sanken um rund zehn Prozent

Als Teil des Klimapakets der Bundesregierung war die Mehrwertsteuer auf Tickets im Fernverkehr zum Jahreswechsel von 19 auf sieben Prozent gesenkt worden. Dadurch wurden die Bahntickets um rund zehn Prozent billiger.

Außerdem spürten die Reisenden, dass die Bahn massiv in mehr Züge und mehr Personal investierte, fügte Bahn-Chef Lutz hinzu. Die Bahn sei offensichtlich für immer mehr Reisende eine komfortable, klimafreundliche Alternative zu Auto und Flugzeug.

Lutz machte gleichzeitig klar, dass „wachsende Reisendenzahlen natürlich auch eine große Herausforderung“ seien. Für eine Verkehrswende bezeichnete er es als „unverzichtbar, die Eisenbahn in Deutschland neu zu dimensionieren“.

Der Bund investiert Milliardensummen in die Bahn

Mehr Kapazität sei aber nur „Schritt für Schritt zu erreichen“. Der Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) nannte die gestiegenen Fahrgastzahlen einen wichtigen „Etappenerfolg“. Zugleich mahnte er, dass effizientere Strukturen bei der Deutschen Bahn nötig seien – schließlich investiere der Bund im kommenden Jahrzehnt Milliardensummen in den Schienenverkehr.

Die Bahn will die Fahrgastzahlen bis 2030 nahezu verdoppeln. Vom Bund gibt es für die Sanierung der Infrastruktur rund 86 Milliarden Euro im Rahmen einer Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung. Zudem sollen weitere Hochgeschwindigkeitszüge angeschafft werden.

Der Deutschen Bahn mangelt es an Lokführern

Doch der Bahn mangelt es an Lokführern. Im Jahresdurchschnitt 2019 standen 100 offenen Stellen nur noch 25 als arbeitssuchend gemeldete Lokführer gegenüber, wie der Lobbyverband Allianz pro Schiene mitteilte. Damit sei die Quote seit mindestens einem Jahr schlechter als bei Altenpflegerinnen und Installateuren. Der Verband wertete Daten der Bundesagentur für Arbeit aus.

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