Möbelkette

Ikea plant City-Filialen in Berlin-Pankow und in Potsdam

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Ikea in der Innenstadt: So soll es künftig in immer mehr City-Lagen aussehen – auch in Deutschland.

Ikea in der Innenstadt: So soll es künftig in immer mehr City-Lagen aussehen – auch in Deutschland.

Foto: Ikea

Ikea will seine Möbel vermehrt auch in deutschen Innenstädten anbieten. Die Läden haben allerdings nicht viel mit den „alten“ zu tun.

Hofheim/Berlin. 
  • Wer zu Ikea will, musste bisher oft an den Stadtrand fahren – die großen Möbelhäuser hatten in der City keinen Platz
  • Ikea will offenbar zukünftig auch die Menschen erreichen, die diesen Weg eher nicht oder selten auf sich nehmen wollten
  • Mit kleineren Stores will die schwedische Firma in den Innenstädten punkten
  • Dabei gibt es ein spezielles Konzept – und auch schon einen Fahrplan, noch 2020 sollen zwei Filialen eröffnen

Wer zu Ikea will, der muss in den allermeisten Fällen eine kleine Reise in Kauf nehmen. Die großen, blauen Möbelhallen stehen zumeist etwas außerhalb, vielleicht in Industriegebieten, auch mal mitten im Nichts – „auf der grünen Wiese“, wie es Stadtplaner gerne sagen. Nun will die beliebte Möbelkette vermehrt auch in Innenstädten um Kunden werben – zeitnah auch in Deutschland.

Wie Ikea am Mittwoch bekanntgab, sollen bis zum Spätsommer im Berliner Stadtteil Pankow und in Potsdam die ersten zwei City-Filialen Deutschlands entstehen, also gut ein Jahr früher, als es ursprünglich geplant war. Das neue Ladenkonzept, das das Schweden-Gefühl in die Fußgängerzone tragen soll, hat allerdings nur wenig mit dem zu tun, was man in den bislang bekannten Ikea-Märkten geboten bekommt.

Ikea: Neue „Planungsstudios“ zeigen nur Teile des Sortiments

Die neuen „Planungsstudios“ sollen nur rund 500 bis 1000 Quadratmeter groß sein und nur einen kleinen Teil des Sortiments zeigen. Zum Vergleich: Ein „normaler“ Ikea-Markt ist etwa 25.000 Quadratmeter groß. Die Möbel, die in den neuen Studios zu sehen sein werden, sollen allerdings „erlebbar“ gemacht werden und getestet werden können.

Vor allem aber sollen Kunden von Beratern bei der Planung unterstützt werden, etwa von von Küchen oder Schränken. In beiden geplanten Studios will Ikea 35 bis 40 Mitarbeiter beschäftigen.

Wer sich für ein Produkt entscheidet, soll es nach Hause liefern lassen oder in einem großen Einrichtungshaus abholen können. Spontane Beratungen in den Studios sollen möglich sein, die meisten Kapazitäten würden aber für Kunden vorgehalten, die vorab einen Termin vereinbaren.

Auch andere Großstädte und Metropolregionen in Deutschland könnten künftig zu Standorten neuer, kleinerer Ikea-Märkte werden, teilte die Kette auf Anfrage unserer Redaktion mit. Ikea wolle sich zunächst allerdings voll und ganz auf Berlin konzentrieren, um Erfahrungen mit den neuen Konzepten zu sammeln. Auch einen terminlichen Rahmen, in dem es zur Realisierung neuer Konzepte jenseits von Berlin/Brandenburg kommen soll, gebe es noch nicht.

Dass Ikea neue Innenstadt-Lagen für sich erschließen will, liegt laut eigenen Angaben auch an der Filiale in Hamburg-Altona. Dort betreibt die Kette ein mittelgroßes Einrichtungshaus, mit 18.000 Quadratmetern Verkaufsfläche deutlich größer als die neuen Planungsstudios, aber auch noch deutlich kleiner als die großen Häuser. In Altona habe man „sehr positive Erfahrungen in der City und abseits der grünen Wiese“ gesammelt, sagt Dennis Balslev, Geschäftsführer von Ikea Deutschland.

Ikea hat in den vergangenen Monaten immer wieder mit neuen Konzepten experimentiert. Zunächst ging in der Schweiz eine Vermietung von Büromöbeln an den Start, wenig später wurde in Deutschland ein Rückkaufprogramm nutzbar, bei dem Kunden ausgewählte gebrauchte Ikea-Möbel wieder an den schwedischen Händler verkaufen können.

Ikea sieht in Berlin Potenzial für weitere alternative Konzeptläden

Laut Ikea entstehen derzeit in 40 Städten auf der ganzen Welt neue Geschäfts- und Ladenkonzepte. In Berlin, wo es bereits vier große Einrichtungshäuser und künftig eben auch ein Planungsstudio gibt, sehe das Unternehmen noch Potenzial – für weitere Studios, aber für einen „XS-Store“, eine mittelgroße Filiale mit bis zu 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ohne Warenlager und SB-Halle.

(br)