Strompreis

Auch bei Eon und Innogy – Stromversorger erhöhen die Preise

Strom wird teurer: 86 Versorger erhöhen zwischen Februar und April ihre Preise. Welche großen Anbieter betroffen sind, lesen Sie hier.

Die Strompreise steigen bei 86 Versorgern in Deutschland zwischen Februar und April.

Die Strompreise steigen bei 86 Versorgern in Deutschland zwischen Februar und April.

Foto: Jan Woitas / dpa

Berlin. Strom wird in Deutschland immer teurer. Nachdem es schon über den Jahreswechsel eine Welle an Preiserhöhungen gegeben hatte, bahnt sich jetzt die nächste Runde an. In den Monaten Februar bis April wollen insgesamt 86 Versorger ihre Preise erhöhen – darunter auch die großen Anbieter Eon und Innogy. Das hat das Vergleichs- und Vermittlungsportal Verivox ermittelt.

Im Schnitt steigen die Preise demnach um 8,1 Prozent. Das macht für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden Mehrkosten von rund 100 Euro im Jahr. Die Preise steigen insbesondere in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg. Betroffen sind 3,9 Millionen Haushalte. Im Januar hatten bereits 543 Grundversorger ihren Strom verteuert.

Strompreise steigen stärker als staatliche Abgaben

Die Preissteigerungen fallen deutlich kräftiger aus, als die zu Jahresbeginn in Kraft getretenen. Da habe die Erhöhung im Schnitt 5,4 Prozent betragen. „Zusammen mit der Preiswelle zu Jahresbeginn haben 2020 nun drei Viertel aller Grundversorger ihre Strompreise erhöht“, sagte Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

Die Verbraucherzentrale NRW hat beobachtet, dass große Versorger wie Innogy und Eon Preise nicht zu Jahresbeginn, sondern zeitversetzt erhöhen. „Offensichtlich wird hier bewusst zum Jahreswechsel abgetaucht, um dann mit weniger Aufmerksamkeit die Preiserhöhungen unterzubringen“, sagte deren Energieexperte Udo Sieverding.

Erhöhung beim Strom: Was Verbraucher jetzt machen sollten

Besonders ärgerlich: Viele Energieversorger erhöhen die Preise offenbar stärker, als es eine 1:1-Erhöhung von EEG-Umlage für die Ökostromförderung oder Netzentgelten zulassen würde. „Hier wird auf dem Rücken der Kunden Kasse gemacht“, kritisierte Sieverding. Betroffene Kunden sollten deshalb über einen Anbieter- oder Tarifwechsel nachdenken. Die Umlagen waren um fünf Prozent gestiegen, die Netzentgelte um vier Prozent. Zusammen machen sie 45 Prozent des Strompreises aus.

Innogy: Erste Preiserhöhung nach sieben Jahren

Der Essener Energieversorger Innogy betont, dass seine Preise in der Grundversorgung sieben Jahre lang stabil geblieben seien. Im Jahr 2015 seien die Preise sogar gesenkt worden. Innogy erhöht die Grundversorgungstarife laut Verivox um 9,6 Prozent. Die einstige RWE-Tochter ist künftig Teil des Eon-Konzerns, der damit zum mit weitem Abstand größten Stromversorger in Deutschland wird.

Für einzelne Eon-Regionalgesellschaften hat Verivox Preiserhöhungen zwischen 5,5 und 12,1 Prozent ermittelt. Eon könne sich „dem allgemeinen Kostendruck nicht mehr entziehen“, sagte ein Sprecher. Eon müsse die Preise deshalb in einigen Regionen zum 1. März anpassen, nachdem sie dort mehrere Jahre stabil geblieben und teilweise gesenkt worden seien.

Die Angaben zu den Preiserhöhungen betreffen Haushalte, die Strom in einem Grundversorgungstarif beziehen. Das sind laut Bundesnetzagentur etwa 27 Prozent aller Privathaushalte. Strom in der Grundversorgung ist in der Regel der teuerste Tarif. Der Bundesgerichtshof hat Verbraucher beim Strompreis dagegen gerade erst entlastet. (aky/dpa)