Handel

Deutsche trinken weniger Bier – Brauereien leiden

Der Bierkonsum der Deutschen sinkt – um zwei Millionen Hektoliter gegenüber 2018. Doch bei zwei Produkten gibt es positive Nachrichten.

In Deutschland werden mehr als 6500 verschiedene Biermarken produziert.

In Deutschland werden mehr als 6500 verschiedene Biermarken produziert.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin. Die Deutschen trinken weniger Bier. Nach einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), die unserer Redaktion vorliegt, haben die deutschen Brauereien 2019 insgesamt rund 92 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Damit wurde das Ergebnis aus dem Jahr 2018 mit 94 Millionen Hektolitern um rund zwei Prozent verfehlt.

Fast überall in Deutschland sinke der Bier- und Alkoholkonsum, so der Branchenverband. Obwohl der Sommer 2019 in Deutschland mit 755 Sonnenstunden deutlich über dem Mittel vergangener Jahre (610 Stunden) lag, erreichte der Bierabsatz nicht das Vorjahresniveau. Auch fehlten im letzten Jahr Sport-Großereignisse wie etwa eine Fußball-WM oder -EM.

Deutscher Biermarkt im Abschwung – und dennoch Europas Nummer eins

Der deutsche Biermarkt bleibe dennoch „bei der Produktionsmenge und einer Vielfalt von über 6500 verschiedenen Biermarken mit großem Abstand die Nummer eins in Europa“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele.

Warum? Alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermischgetränke, die in der amtlichen Statistik generell nicht berücksichtigt werden, konnten 2019 erneut stark zulegen. „Der Trend geht hier deutlich nach oben. Der Marktanteil liegt derzeit bei 7 Prozent und steuert auf 10 Prozent zu“, so Eichele. Damit sind den Angaben zufolge Deutschlands Brauer weltweit führend bei der Herstellung alkoholfreier Biere.

Abschließende Absatzzahlen für dieses Marktsegment liegen erst im Frühjahr vor, doch Branchenschätzungen für 2019 rechnen allein im Handel mit einem Absatzplus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Zahl der Brauereien könnte weiter steigen

Neben den alkoholfreien Bieren konnten im letzten Jahr auch andere Sorten ihre Anteile am Biermarkt vergrößern. So gewannen Marktforschern zufolge Spezialitätenbiere wie Keller- und Landbiere, aber auch das Helle und Radler hinzu. Die Branche klagt über den allgemeinen Kostendruck und den anhaltenden Preisdruck des Handels, welche die Unternehmen der Brauwirtschaft belasten.

Doch man gibt sich optimistisch: „Wir erwarten, dass die Zahl der Brauereien in Deutschland, die zu Beginn 2019 auf 1539 angewachsen ist, weiter zunehmen wird. Auch die Zahl der Biermarken in Deutschland wird weiterwachsen“, sagte Eichele. Die Brauwirtschaft blicke „optimistisch ins neue Jahr und erhofft sich auch von der Fußball-EM einige Impulse“.

Bier und Brauereien – mehr zum Thema:

Erst im vergangenen Sommer hatten Brauereien einen höheren Pfand für Bierflaschen und -kästen gefordert. Im Gespräch ist aktuell auch eine einheitliche Kennzeichnung von Pfandflaschen. Der Handelsverband Deutschland erwartet hierzu vom Gesetzgeber eine neue Regelung, durch die der Pfandbetrag nicht weiter als Bestandteil des Warenpreises aufgeführt werden darf. Dies wird bei Getränken bislang unterschiedlich gehandhabt.