Neubeschaffung

Deutsche Bahn: Technische Mängel bei neuen Intercity-Zügen

Die Deutsche Bahn will ihren Kunden neue Züge und mehr Verbindungen bieten. Doch aktuell gibt es große Probleme bei der Auslieferung.

Auch Bahncards werden günstiger

Nach den Tickets werden auch die Bahncards günstiger. Reisende zahlen für ihre Bahncard künftig rund zehn Prozent weniger.

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Berlin. Die Deutsche Bahn will mehr Verbindungen anbieten und pünktlicher werden – dafür sind auch mehr Züge nötig. Doch genau das wird zum Problem. Bestellte Züge können wegen technischer Mängel nicht rechtzeitig in Betrieb genommen werden.

25 neue Intercity-Züge (IC) hatte die Bahn vom Hersteller Bombardier bestellt. Doch diese können nicht auf die Schienen: „Wir setzen auf Grundlage verlässlicher Vorschläge jetzt auf eine schnelle Behebung der Mängel durch den Hersteller und prüfen darüber hinaus auch alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel“, hieß es am Montagabend in einem Bahn-Statement.

Bombardier räumte am Dienstag ein, dass die Doppelstockzüge vom Typ IC2 „aktuell nicht mit der von der DB und von Bombardier selbst erwarteten Zuverlässigkeit im Betrieb sind“. Bombardier bedauere die Unannehmlichkeiten, die der Bahn und ihren Fahrgästen entstanden seien, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Man wolle gemeinsam mit der Bahn an einem Maßnahmenpaket und an einem Aktionsplan arbeiten, „um die Zuverlässigkeit der IC2-Züge zeitnah deutlich zu verbessern“.

Deutsche Bahn: Nicht die ersten Berichte über Mängel beim neuen IC

Die Bahn ergänzt ihre Intercity-Flotte seit Ende 2015 mit den neuen Doppelstockwagen. Von den technischen Mängeln betroffen ist die aktuelle zweite Bauserie des Zuges. Aus Bahn-Aufsichtsratskreisen hieß es laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, dass man bei Bombardier unmissverständlich eine schnelle Beseitigung der Mängel gefordert habe.

Weiter zitiert die Zeitung interne Bahndokumente, die unter anderem beschreiben, dass das Betriebssystem des Zuges regelmäßig zusammenbricht. Lokführer müssten eine Stunde vor Abfahrt am Zug sein, um das System zu starten.

Der „Spiegel“ hatte bereits im Februar vergangenen Jahres über Mängel bei der zweiten Bauserie des Doppelstock-Intercitys berichtet. Die Bahn bezeichnete die Probleme damals als „nicht gravierend und bei der Einführung neuer Fahrzeuge alles andere als ungewöhnlich.“

Die neuen IC2-Züge lösen jahrzehntealte IC-Waggons ab und bieten mehr Komfort und Sitzplätze. Sie kommen unter anderem zwischen Dresden und Köln sowie Singen und Stuttgart zum Einsatz. Langfristig will die Bahn mit den Zügen nahezu alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern an das Fernverkehrsnetz anschließen. (dpa/ac)