Modekonzern

H&M soll Mitarbeiter ausgeforscht haben – Bußgeld droht

Wegen massiven Verstößen gegen den Datenschutz der Mitarbeiter droht dem Modekonzern H&M ein Bußgeld. Es geht um hochsensible Daten.

H&M sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.

H&M sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.

Foto: aprott

Berlin. Schwere Vorwürfe gegen den Modekonzern H&M: In Deutschland soll das Unternehmen ein Bußgeld zahlen, weil Führungskräfte Notizen aus Gesprächen mit Mitarbeitern abgespeichert hatten, die dann versehentlich einem erweiterten internen Kreis zugänglich wurden.

Wie der zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Casper der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Samstag mitteilte, habe sich der Verdacht massiver Verstöße gegen Datenschutzrechte von Mitarbeitern erhärtet. Daher habe er ein Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen eröffnet.

H&M in der Kritik – Unternehmen will mit Datenschutzbehörde kooperieren

Es geht um das Kundenzentrum für Deutschland und Österreich in Nürnberg. „Es handelt sich dabei auch um Gesundheitsdaten der Betroffenen, von der Blasenschwäche bis zur Krebserkrankung, sowie um Daten von Personen aus deren sozialen Umfeld wie etwa familiäre Streitigkeiten, Todesfälle oder Urlaubserlebnisse“, teilte Caspar der Zeitung weiter mit. Die Hamburger Datenschutzbehörde ist zuständig, weil die Deutschlandzentrale von H&M in Hamburg ihren Sitz hat.

Die „FAZ“ hatte bereits im Oktober über den Datenschutzverstoß berichtet. H&M teilte der „FAZ“ nun auf Anfrage mit, das Unternehmen nehme den Vorfall sehr ernst und bedaure ihn aufrichtig. Die persönlichen Daten der Kollegen zu schützen, habe für H&M oberste Priorität. Das Unternehmen kooperiere voll mit der Datenschutzbehörde. (les/afp)