Kriminalität

Weniger Datendiebstahl an Berliner Bankautomaten

Die Branche zieht für 2019 eine positive Bilanz: Datendiebstähle an Geldautomaten sind in Berlin deutlich gesunken.

Automaten werden mit Tastenfeldern manipuliert

Automaten werden mit Tastenfeldern manipuliert

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Berlin. Eine überwiegend positive Bilanz des Jahres 2019 hat das Frankfurter Unternehmen Euro Kartensysteme vorgelegt. Das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen teilte mit, dass die Zahl der Datendiebstähle an Geldautomaten in Berlin ist im vergangenen Jahr um zwei Drittel gesunken sind. 114 sogenannter Skimming-Attacken erfasste die Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme im Jahr 2019. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es demnach noch 343 Angriffe. Dennoch gab es in Berlin deutschlandweit wieder die meisten Manipulationsversuche an Bankautomaten. Insgesamt wurden 2019 245 Fälle gezählt, 2018 waren es fast doppelt so viele. In Brandenburg gab es einen einzigen Versuch.

Beim sogenannten Skimming werden Geldautomaten manipuliert, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Mit einer Kopie der Karte und der Geheimzahl wird dann das Konto des Opfers geplündert. Einzelne Automaten kann es dabei mehrfach getroffen haben. In der Hauptstadt vermuten Kriminelle nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden eine große Zahl ausländischer Touristen, deren Zahlungskarten noch nicht mit EMV-Chip ausgestattet sind. Daten solcher Karten können Täter leichter verwerten.

Schaden sinkt auf rund 1,4 Millionen Euro

Der Schaden durch Datendiebstahl an Geldautomaten in Deutschland ist den Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf das Rekordtief von gut 1,4 Millionen Euro gesunken. Ein Jahr zuvor lag die Bruttosumme noch bei 1,44 Millionen Euro. Für Kriminelle ist es nach Einschätzung der Experten dank moderner Sicherheitstechnik immer schwieriger, ausgespähte Kartendaten und Geheimnummern zu Geld zu machen. Verbraucher in Deutschland, die Opfer von „Skimming“ geworden sind, müssen normalerweise keinen finanziellen Nachteil fürchten. In der Regel ersetzen die Geldinstitute solche Schäden – vorausgesetzt, die Kunden sind sorgfältig mit Bankkarte und Pin umgegangen.