IHK-Neujahrsempfang

Berliner Wirtschaft feiert unter der Erde

Rund 1500 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in einen nicht genutzten U-Bahnhof am Potsdamer Platz.

Jürgen Wittke, Carola Zarth, Michael Müller, Beatrice Kramm und Jan Eder (v.l. beim Neujahrsempfang der Industrie-und Handwerkskammer Berlin (IHK) im U-Bahntunnel am Potsdamer Platz

Jürgen Wittke, Carola Zarth, Michael Müller, Beatrice Kramm und Jan Eder (v.l. beim Neujahrsempfang der Industrie-und Handwerkskammer Berlin (IHK) im U-Bahntunnel am Potsdamer Platz

Foto: Jörg Krauthöfer / Funke Foto Services / FUNKE Foto Serivces

Berlin. Doppelte Premiere beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Berlin: Erstmals fand die traditionsreiche Veranstaltung nicht im Ludwig-Erhard-Haus statt. Wegen der dort derzeit noch andauernden Renovierungsarbeiten begrüßten die Kammern am Freitagabend rund 1500 Gäste unter der Erde am Potsdamer Platz in der Location „The Tunnel“.

In dem nicht genutzten U-Bahnhof richteten erstmals zwei Kammer-Präsidentinnen das Wort an die Feiernden. Carola Zarth, die seit 2019 an der Spitze der Handwerkskammer steht, sagte, das neue Jahrzehnt werde ein handwerklich gefertigtes sein. „Berlin ist eine Baustelle, hieß es schon in den 90er-Jahren, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern“, so Zarth.

IHK-Präsidentin Beatrice Kramm kritisierte die Standortpolitik des Berliner Senats. „Da ist noch eine Menge Luft nach oben“, sagte Kramm. Berlin müsse Hotspot für Innovationen bleiben. Deswegen müsse sich die Stadt auch als Ausrichter für die Automobilausstellung IAA bewerben. „Wir wollen die IAA“, sagte die IHK-Präsidentin. Es gebe keinen besseren Standort als die Millionenmetropole Berlin, um die Mobilität von morgen zu zeigen.

Zum Neujahrsempfang begrüßten die Kammern unter anderem Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne). Auch die Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh (SPD) und Burkard Dregger (CDU) feierten mit. Berlins früherer Regierungschef Klaus Wowereit (SPD), Messe-Chef Christian Göke und Zoo-Direktor Andreas Knieriem zählten ebenfalls zu den Gästen.

Der Regierende Bürgermeister bedankte sich zunächst bei den Unternehmern für die Innovationsfreude und die im Jahr 2019 geschaffenen Arbeitsplätze. Müller betonte auch die Ansiedlungserfolge Berlins im vergangenen Jahr. Mit Blick auf die IAA sagte Müller, die Automesse gehöre nach Berlin. „Ich will die IAA und ich glaube wir haben eine gute Chance, erfolgreich zu sein“, so der SPD-Politiker. Er wisse, dass die Wirtschaft vor allem mit Blick auf die Wohnungspolitik des Senats anderer Meinung sei. „Diesen Konflikt muss man dann mal aushalten“, erklärte er. In Sachen Neubau sei es wichtig, vorhandene Flächenpotenziale wie das Tempelhofer Feld zu nutzen. Müller sprach sich für eine Randbebauung des Feldes aus.