Punktesystem

Payback: Gerät das Bonusprogramm jetzt unter Druck?

Karstadt Kaufhof nimmt nicht mehr am Payback-System teil. Ein Handelsexperte spricht von einem „schlechten Zeichen“ für das Programm.

Payback-Punkte einlösen: So funktioniert es
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Berlin. Wer mittels Payback Punkte sammelt, musste zum Jahresbeginn zwei herbe Enttäuschungen hinnehmen. Erst machte Galeria Kaufhof seinen angekündigten Ausstieg aus dem Bonusprogramm wahr, dann halbierte dm auch noch die Punkte. Künftig gibt es erst für jeden zweiten Euro einen Payback-Punkt. Wer den Prozess beobachtet, könnte meinen, dass das ganze Treuesystem dadurch Schaden nimmt.

Doch Payback, das nach eigenen Angaben von 31 Millionen Kartenbesitzern in Deutschland genutzt wird und 680 Partner hat, gibt sich gelassen. „Vor allem in den Kaufhof-starken Bereichen Spielzeug, Parfüm, Mode und Schuhe sind wir sehr gut aufgestellt“, teilte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage mit. So habe man im vergangenen Jahr unter anderem die Versandhändler About You, Baur, Klingel und QVC als neue Partner gewinnen können.

Auch die Drogeriemarktkette dm beschwichtigt nach ihrer Ankündigung der Punktereduzierung zu Jahresbeginn: „In der Summe werden wir in diesem Jahr mit 100 Millionen Euro deutschlandweit deutlich mehr investieren als die rund 80 Millionen Euro bisher“, sagte Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, unserer Redaktion.

So habe dm verschiedene Aktionen geplant, „damit unsere Kunden ihr Punktekonto kräftig füllen können“, sagte Werner.

Payback: Warum der Ausstieg von Kaufhof ein „sehr schlechtes Zeichen“ ist

Dass dm in Zukunft weiter auf das Punkteprogramm vertraut, hält auch Handelsexperte Thomas Roeb für plausibel. „dm hat gezeigt, dass sich das System auch lohnen kann. dm verteilt nicht laufend Prospekte mit Sonderangeboten, sondern schreibt Kunden direkt an. So werden Streuverluste vermieten“, sagte der Professor für Handelsbetriebslehre der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg unserer Redaktion.

Viele andere Payback-Partner würden die gewonnenen Daten dagegen nicht zielführend einsetzen. „Daten sind das neue Öl. Aber was nützt das einem, wenn man eine Gasheizung hat?“, fragte Roeb.

Deshalb sei er vom Ausstieg Karstadt Kaufhofs aus dem System auch nicht überrascht. „Viel mehr wundert es mich, dass viele Händler es so lange mitgemacht haben. Aber klar ist: Der Ausstieg ist für Payback ein sehr schlechtes Zeichen.“

Galeria Kaufhof setzt nach der Fusion mit Karstadt nun auf ein hauseigenes Bonussystem, das schon zuvor bei Karstadt im Einsatz war – was das für Payback-Kunden bedeutet, lesen Sie hier. Ende des vergangenen Jahres warnten Verbraucherschützer vor Payback. Das sind die wichtigsten Fakten über das größte deutsche Bonussystem.