Umfrage

Deutsche wollen 2020 weniger Verpackungsmüll verursachen

Die Deutschen wollen im kommenden Jahr beim Einkaufen offenbar mehr auf Umweltschutz achten und weniger Verpackungsmüll produzieren.

Laut einer Umfrage wollen die Deutschen im Jahr 2020 verstärkt auf Umweltschutz und insbesondere auf die Vermeidung von Verpackungsmüll achten.

Laut einer Umfrage wollen die Deutschen im Jahr 2020 verstärkt auf Umweltschutz und insbesondere auf die Vermeidung von Verpackungsmüll achten.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Berlin. Die Mehrheit der Deutschen möchte im neuen Jahr weniger Verpackungsmüll verursachen. 90 Prozent wollen mehr Mehrwegtaschen benutzen, 89 Prozent möchten mehr unverpacktes Gemüse und Obst einkaufen und weitere 79 Prozent wünschen sich weniger Getränke in Einwegverpackungen. Dies hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ergeben, die unserer Redaktion vorliegt.

„Verbraucher sind bereit, ihr Verhalten zu verändern, um Verpackungsmüll einzusparen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Politik und Anbieter müssen nun endlich die Rahmenbedingungen so setzen, dass ihre guten Vorsätze auch tatsächlich zu weniger Müll führen können.“

Unverpacktes Gemüse und Obst einzukaufen könnte zu erheblichen Einsparungen führen. „Allein den Verzicht auf die Folie bei Salatgurken gibt Rewe mit 205 Tonnen an“, berichten die Verbraucherschützer. Trotzdem finden sich im Handel 63 Prozent dieser Waren bereits vorverpackt. Teilweise müssten Verbraucher für unverpacktes Obst und Gemüse sogar mehr zahlen. Zuletzt gab es sogar einen neuen Rekord bei Verpackungsmüll.

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„Verbraucher müssen unverpackt einkaufen können“

Der Chef der Verbraucherzentrale ruft zum Umdenken auf: „Erfüllt die Verpackung keine Schutzfunktion, ist sie überflüssig. Verbraucher müssen unverpackt einkaufen können, ohne höhere Preise oder längere Wege in Kauf nehmen zu müssen.“

Der Chef der Verbraucherzentralen fordert, dass die Bundesregierung im Kreislaufwirtschaftsgesetz verbindliche Zielquoten und Zeitvorgaben zur Reduktion von Verpackungsmüll festlegt. „Außerdem muss das Verpackungsgesetz nachgebessert werden. Die Zielvorgabe von 70 Prozent Mehrwegverpackungen muss für Unternehmen verpflichtend werden und bei Nichtbeachtung auch Sanktionen nach sich ziehen“, sagte Müller. Abfallvermeidung sei der beste Ressourcenschutz.

Verpackungsmüll sollte deshalb schon bei der Herstellung von Lebensmitteln vermieden werden. So könnten zum Beispiel allein mit umweltfreundlichen Getränkeverpackungen nach Berechnungen des Naturschutzbundes 400.000 Tonnen Plastikmüll eingespart werden. Der Discounter Aldi etwa will den Verpackungsmüll mit essbaren Bechern vermeiden.