Staatshilfe

Fluggesellschaft Alitalia droht das endgültige Aus

Die italienische Regierung setzt der insolventen Nationalairline Alitalia eine letzte Frist. Sonst wird die Fluggesellschaft aufgelöst.

Italien greift Alitalia mit Millionen unter die Arme

Nachdem sich eine Reihe von möglichen Investoren - darunter die Lufthansa - zurückgezogen haben, droht Alitalia bis Ende des Jahres das Geld auszugehen.

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Rom. Seit zweieinhalb Jahren hält sich die insolvente italienische Fluggesellschaft Alitalia, die auch zahlreiche Ziele in Deutschland anfliegt, nur noch mit staatlicher Hilfe in der Luft. Jetzt verliert offenbar auch der Staat die Geduld: Die Regierung hat der Airline eine letzte Frist bis Mitte 2020 gesetzt. Hat Alitalia bis dahin keinen Käufer gefunden, werde es keine weiteren Gelder mehr geben.

Sollte die staatliche Hilfe bis dahin keinen Erfolg zeigen, werde die Fluggesellschaft aufgelöst, sagte Stefano Patuanelli, Minister für wirtschaftliche Entwicklung, der Zeitung „Il Messagero“: „Für Alitalia ist das wirklich die letzte Staatshilfe.“ Der Minister hofft jedoch auf einen Erhalt der Nationalairline mit rund 11.000 Mitarbeitern: „Das Ziel ist ganz klar, bis zur Mitte des Jahres (einen Deal) abzuschließen“

Seit fast zwei Jahrzehnten in den roten Zahlen

Alitalia hat seit 2002 keinen Gewinn mehr erwirtschaftet und ist seit Mai 2017 insolvent. Erst Anfang Dezember hatte die Regierung in Rom einen weiteren Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro genehmigt. In Deutschland fliegt Alitalia nach Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart.

Über die Jahre hat sie etliche Rettungskredite von der Regierung erhalten. Damit soll der Flugbetrieb der Gesellschaft vor einem möglichen Verkauf bis zum 31. Mai 2020 garantiert werden. Analysten haben ausgerechnet, dass Alitalia, die schon 2008 und 2014 gerettet werden musste, bereits rund neun Milliarden Euro an Steuergeldern durchgebracht hat.

Bisher kein Investor in Sicht

Es gilt als unwahrscheinlich, dass Alitalia das Geld jemals zurückzahlen kann. Damit würden die Kredite aus Sicht der EU-Kommission aber zu unerlaubten Subventionen. Auch der deutsche Ferienflieger Condor wird derzeit mit Staatshilfe in der Luft gehalten.

Ende Mai 2020 endet auch die Amtszeit von Insolvenzverwalter Giuseppe Leogrande, der den Neustart der Airline auf den Weg bringen soll. Bisher hat sich kein privater Käufer für das Unternehmen gefunden.„Alitalia verliert jeden Tag rund zwei Millionen“, sagte Patuanelli der Zeitung. Es gebe bisher kein Interesse an dem Unternehmen in seiner jetzigen Form.

Lufthansa forderte Restrukturierung

Ein Konsortium aus potenziellen Investoren um die italienische Staatsbahn FS, den Infrastrukturkonzern Atlantia und die US-Airline Delta hatte sich zuvor zurückgezogen. Die Lufthansa hatte wiederholt erklärt, sie könnte nur in Alitalia investieren, wenn das Unternehmen zuvor restrukturiert wird. (aky/dpa/rtr)