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Warum es auf Instagram bald keine „Likes“ mehr geben soll

Instagram soll kein Wettbewerb sein, meint die Plattform. Deshalb sollen „Likes“ abgeschafft werden. Der Testlauf hat bereits begonnen.

Wie viele „Likes“ ein Beitrag bei Instagram bekommen hat, soll künftig verborgen bleiben.

Wie viele „Likes“ ein Beitrag bei Instagram bekommen hat, soll künftig verborgen bleiben.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Menlo Park.  Instagram will künftig auf „Likes“ verzichten. Die zu Facebook gehörende Plattform kündigte eine globale und ab sofort beginnende Testphase an, während der einigen Nutzern die „Likes“ im sogenannten Feed nicht mehr angezeigt werden. Nutzer, die Teil des Tests sind, „sehen nicht mehr die Gesamtzahl der „Likes“ und „Views“ von Fotos und Videos in ihrem Feed“, erläuterte Instagram – es sei denn, es handele sich um eigene Inhalte.

Instagram hatte den Verzicht auf die Anzeige von „Like“-Zahlen zunächst nur in Australien, Brasilien, Kanada, Irland, Italien und Neuseeland ausprobiert. Die Reaktionen der beteiligten Nutzer seien positiv gewesen, hieß es am Donnerstag. Da es sich aber um eine „grundlegende Änderung“ handele, solle noch mehr Feedback gesammelt werden.

Instagram: Nutzer sollen sich mehr auf Inhalte konzentrieren

Unklar ist, wie viele Profile genau mit in den Test einbezogen werden. Andere Nutzer werden bei diesen die Anzahl der „Likes“ unter den Beiträgen nicht mehr sehen.

Ein Grund für die Maßnahme sei, „den Menschen zu helfen, sich auf die Fotos und Videos zu konzentrieren, die sie teilen, und nicht darauf, wie viele „Likes“ sie dafür bekommen“, erklärte das Unternehmen. Der Chef der Plattform, Adam Mosseri, hatte bei einem Auftritt vergangene Woche betont, man werde auch Maßnahmen ergreifen, die dem Geschäft schaden, wenn sie dem Wohlbefinden der Nutzer dienten.

Hintergrund: Instagram: Was Sie gegen Spam in Gruppen tun können

Plattform sucht nach Lösungen für Influencer

Die Zählerstände in Online-Netzwerken können für sozialen Druck sorgen: Manche Nutzer wollen möglichst populäre Posts produzieren und löschen Beiträge, die aus ihrer Sicht zu wenige „Likes“ bekommen.

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Für Influencer oder Autoren von Inhalten, für die Instagram als Plattform geschäftlich wichtig ist, werde nach einer Lösung gesucht, hieß es weiter. Sie sind oft darauf angewiesen, potenziellen Geschäftspartnern ihre Reichweite zu demonstrieren – und brauchen dafür auch eine sichtbare Zahl der „Likes“.

Bei der Hauptplattform von Facebook wird gerade der Verzicht auf die Anzeige von „Like“-Zahlen in Australien getestet.

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(dpa/yah)