Sonderzahlung

Weihnachtsgeld: In diesen Branchen bekommt man das meiste

Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland dürfen sich über Weihnachtsgeld freuen. Aber die Unterschiede in den Branchen sind riesig.

Das Weihnachtsgeld ist gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen.

Das Weihnachtsgeld ist gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin. In der Weihnachtszeit klingeln nicht nur die Glöckchen, sondern auch die Kassen der meisten Angestellten. Knapp 90 Prozent der Angestellten (86,9 Prozent) in Deutschland können sich über Weihnachtsgeld freuen und viele haben die Sonderzahlung schon fest verplant.

Sei es ein schöner Urlaub oder mehr Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Allerdings ist das Weihnachtsgeld durchschnittlich etwas zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Weihnachtsgeld: Kluft zwischen Branchen ist riesengroß

Im Schnitt sind es 2632 Euro brutto. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 1,9 Prozent. 2018 hatte es ein Plus von 2,3 Prozent gegeben. Vor allem Mitarbeiter in Betrieben, für die ein Tarifvertrag gilt, haben gute Karten.

Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen sowie zwischen den alten und neuen Bundesländern. In Ostdeutschland bekommen Tarifbeschäftigte im Schnitt ein Zusatzplus von 2547 Euro, im Westen sind es 2644 Euro.

Noch größer ist die Kluft in den Branchen. Hier wird mehr als das 18-fache Weihnachtsgeld ausgezahlt. Am meisten erhalten Beschäftigte der Erdöl- und Erdgasgewinnung.

In diesen Branchen bekommt man im Schnitt das meiste Weihnachtsgeld:

  • Erdöl- und Erdgasgewinnung (5780 Euro)
  • Rundfunkveranstalter (5274 Euro)
  • Energieversorgung (4923 Euro)
  • Kokerei und Mineralölverarbeitung (4843 Euro)
  • Herstellung von chemischen Erzeugnissen (4739 Euro)

Das wenigste Weihnachtsgeld erhält man in diesen Branchen:

  • Leiharbeit (318 Euro)
  • Landwirtschaft (492 Euro)
  • Wach- und Sicherheitsdienste (510 Euro)
  • Tabakverarbeitung (962 Euro)
  • Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (1697 Euro)

Tarifexperte: Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben haben schlechtere Karten

Aus Sicht des WSI-Tarifexperten Malte Lübker stehen mit Tarifverträgen die Chancen ausgesprochen gut, das Extra zum Jahresende zu erhalten. „Fast durch die Bank bekommt man mit Tarifverträgen Weihnachtsgeld“, sagte der Experte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.

Es gibt allerdings Ausnahmen: In einigen Branchen, beispielsweise bei Gebäudereinigern, gibt es bislang noch kein tariflich vereinbartes Weihnachtsgeld.

Wenn es ums Weihnachtsgeld geht, scheinen Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben jedoch schlechtere Karten zu haben. Im vergangenen Jahr bekamen nach einer Online-Befragung des WSI nur 42 Prozent Weihnachtsgeld. In den Betrieben ohne Tarifbindung werde das Weihnachtsgeld oft nur als freiwillige Zahlung geleistet, die unter bestimmten Bedingungen wieder eingestellt werden könne. Alles wichtige, was Sie zu Weihnachten wissen müssen, lesen Sie hier. Die Weihnachtszeit ist nicht mehr so fern und beginnt für die meisten Deutschen mit dem 1. Advent.

Weihnachtsgeld: Sonderauszahlung mit Vorbehalt

Nicht selten steht das Extra unter dem Vorbehalt der Betriebstreue oder erreichter Erfolgsziele. Denn hinter dem Begriff Weihnachtsgeld verbergen sich so unterschiedliche Dinge wie Erfolgs- und Treueprämien, freiwillige Boni ebenso wie tariflich festgeschriebene Entgeltansprüche der Beschäftigten.

Die Wiesbadener Statistiker erfassen beispielsweise alle zusätzlichen Jahreszahlungen, die laut Tarifvertrag im November oder Dezember ausgezahlt werden müssen. Ausgewertet wurden 650 Branchen- und Firmentarifverträge. (gem/dpa)