Fastfood-Konzern

Affäre am Arbeitsplatz: McDonald’s entlässt Vorstandschef

McDonald’s hat seinen Vorstandsvorsitzenden gefeuert. Steve Easterbrook hat mit einer Beziehung gegen Firmenvorschriften verstoßen.

McDonald's tauscht CEO aus

Die Schnellrestaurantkette McDonald's hat ihren Vorstandsvorsitzenden Steve Easterbrook wegen einer Beziehung mit einer Angestellten entlassen.

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Washington. Der US-Fastfood-Konzern McDonald’s hat seinen Vorstandschef Steve Easterbrook entlassen – wegen einer Liebesbeziehung am Arbeitsplatz. Die entsprechende Mitteilung des Unternehmens ließ keinen Schluss darauf zu, ob Easterbrook mit einem Mann oder einer Frau liiert war.

McDonald’s begründete am Sonntag die Entscheidung des Aufsichtsrats damit, dass er als Vorstandsvorsitzender „schlechtes Urteilsvermögen“ an den Tag gelegt und mit der Beziehung zu einer ihm dienstlich unterstellten Person gegen Vorschriften der Firma verstoßen habe. Easterbrook räumte nach seiner Entlassung in einer E-Mail an seine Mitarbeiter einen Fehler ein.

„In Anbetracht der Werte des Unternehmens bin ich auch der Meinung des Aufsichtsrats, dass es für mich Zeit ist weiterzuziehen“, zitierten US-Medien aus dem Schreiben. Die Beziehung, die zur Entlassung führte, wurde laut McDonald’s von beiden Seiten gewünscht.

Beziehung am Arbeitsplatz: McDonald’s ernennt Chris Kempczinski zum neuen Chef

Easterbrooks Nachfolger wird Chris Kempczinski, der bislang für das US-Geschäft mit seinen rund 14.000 Filialen zuständig war. Kempczinski arbeitet seit 2015 für McDonald’s, zuvor war er beim Lebensmittelkonzern Kraft Foods tätig.

Das Unternehmen mit weltweit rund 36.000 Schnellrestaurants hatte seine Investoren unter Easterbrooks Führung zuletzt eher enttäuscht. Im dritten Quartal war der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) gesunken. Der US-Absatz in etablierten Filialen legte mit einem Plus von 4,8 Prozent zwar zu, blieb aber unter den Prognosen der Analysten.

McDonald’s will in Zukunft verstärkt auf künstliche Intelligenzen setzen, die dem Kunden suggerieren sollen, was er gerne isst. So soll zum Beispiel ein Bestellcomputer im Eingangsbereich oder beim Drive-In erkennen, ob es ein sonniger Nachmittag ist und stattdessen eher Softdrinks als Kaffee-Getränke beworben werden sollten. (mbr/dpa)