Pkw-Zulassung

So können Sie bei der Autoversicherung sparen

Das Berliner Verbraucherportal Finanztip hat Anbieter verglichen. Fahrzeughalter in der Hauptstadt zahlen bundesweit am meisten.

Autofahrer können durch den Wechsel ihrer Kfz-Versicherung einige Hundert Euro sparen.

Autofahrer können durch den Wechsel ihrer Kfz-Versicherung einige Hundert Euro sparen.

Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Berlin. Verbraucher können nach Ansicht des Berliner Internetportals Finanztip pro Jahr mehrere Hundert Euro durch den Wechsel ihrer Kfz-Versicherung sparen. „In einem unserer Profile spart ein 46-jähriger VW-Golf-Fahrer durch einen Wechsel von einem großen Versicherer in einen günstigeren, vergleichbaren Tarif mehr als 200 Euro im Jahr“, sagte Kathrin Gotthold, Expertin für Versicherungen bei Finanztip, am Dienstag in Berlin.

Vor allen Dingen sei es beim Wechsel wichtig, zu vergleichen, sagte Gotthold. „In unserer Untersuchung bietet kein Portal oder Anbieter den besten Preis für jeden“, so die Expertin, die deshalb empfiehlt, bei der Versicherersuche die Vergleichsportale zu kombinieren. Vergleichen könnten Versicherte laut Finanztip mithilfe der Internetseiten Verivox und Check 24 sowie bei den großen Direktversicherern Huk24 und Allianz.

Ende Oktober könnten die Tarife nochmal fallen

Aktuell biete Verivox sehr günstig Tarife an, sagte Gotthold. „In unserer Untersuchung mit 32 Profilen ermittelten wir 26 Mal den besten Preis, wenn wir Verivox mit Huk24 kombiniert haben. Und 21 Mal, wenn wir Verivox und Check24 zusammen genutzt haben“, erklärte die Versicherungsexpertin. Das Ergebnis könne sich allerdings noch ändern. „Stand heute gibt es beispielsweise bei der Huk24 noch immer Tarife aus dem letzten Jahr. Erfahrungsgemäß kommen die neuen Tarife Ende Oktober mit dem Start der Wechselsaison“, so Gotthard. Dann könne es für die Verbraucher nochmal günstiger werden. Stichtag für die Kündigung der laufenden Autoversicherung ist für gewöhnlich der 30. November.

Für die Erhebung hatte Finanztip mit 31 unterschiedlichen Nutzerprofilen die Portale Check24, Verivox und Ino24 sowie die Anbieter Huk24 und Allianz miteinander verglichen. Bei den verwendeten Profilen machte das Verbraucherportal unterschiedliche Angaben etwa zum Alter des Fahrers, der jährlichen Laufleistung des Autos oder der Regionalklasse.

Zahl der zugelassenen Autos in Berlin auf Rekordhoch

In Berlin hatte die Zahl der zugelassenen Autos in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreicht: Stadtweit zählte das Kraftfahrtbundesamt im ersten Halbjahr 44.500 neu angemeldete Autos. Damit stieg die Gesamtzahl der Fahrzeuge in der Stadt auf mehr als 1,2 Millionen an. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch in ganz Deutschland: Mehr als 47 Millionen Pkw sind derzeit auf den deutschen Straßen unterwegs.

Für rund 6,5 Millionen Autofahrer in der Bundesrepublik werde die Autoversicherung im kommenden Jahr allein schon deshalb teurer, weil ihr Auto in eine andere Typklasse eingestuft werde, sagte Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. In diesem Jahr zahlten Autobesitzer im Durchschnitt 430 Euro Versicherungsbeitrag. Für Berliner Versicherte liege der Beitrag durchschnittlich zudem auch höher, weil für die deutsche Hauptstadt bundesweit die höchsten Regionalklassen gelten würden, so Tenhagen.

Schäden in Berlin liegen über den Bundesschnitt

Laut dem Versicherer-Verband GDV lagen bei einem Vergleich der 400 Zulassungsbezirke in Deutschland im Jahr 2018 in Berlin die Kfz-Haftpflichtschäden rund 34 Prozent und die Vollkasko-Schäden rund 41 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Berlin verweile deshalb auch 2020 weiter in den höchsten Stufen, sagte der Finanztip-Chefredakteur. Ein Grund dafür: In Großstädten passieren wegen der höheren Verkehrsdichte mehr Unfälle.

Bei einem Wechsel der Versicherung hätten Verbraucher auch die Gelegenheit zu überlegen, welcher Versicherungsschutz für das eigene Auto überhaupt notwendig wäre, erklärte Tenhagen. Aus- und abwählbare Tarifmerkmale würden den Preis maßgeblich beeinflussen. Soll etwa das eigene, 18 Jahre alte Kind Fahrpraxis durch Nutzung des elterlichen Autos erhalten, verdoppele sich die Versicherungsprämie laut Finanztip-Erhebung nahezu. Auch die jährlich gefahrenen Kilometer wirkten sich deutlich auf den Preis aus. Autofahrer sollten deshalb jedes Jahr schauen und ihre Versicherung an die tatsächliche Fahrleistung anpassen, erklärte Chefredakteur Tenhagen.

„Pay-as-you-drive“ kommt nicht für jeden infrage

Noch relativ neu im Markt, aber nur für Wenig-Fahrer lohnenswert sind sogenannte „Pay-as-you-drive-Tarife“. Dabei bezahlen Autofahrer eine Versicherungssumme, die abhängig davon ist, wie viele Kilometer sie tatsächlich zurückgelegen. „In unserer Untersuchung waren einige Tarife bei 2000 gefahrenen Jahreskilometern teilweise deutlich günstiger als herkömmliche Tarife. Bei 5000 Kilometern war der Preisvorteil aber meist schon dahin“, erklärte die Versicherungsexpertin Kathrin Gotthold. Anbieter in dem Markt sind etwa die Unternehmen Friday und Emil, die beide ihren Sitz in Berlin haben. Um „Pay-as-you-drive“ nutzen zu können benötigen Autos allerdings einen sogenannten OBD2-Anschluss. Über das Modul wird dann die Fahrleistung erfasst. Das Bauteil wird allerdings erst seit 2004 in alle Neuwagen eingebaut.