Elektromobilität

Was es bei der Versicherung für E-Auto zu beachten gibt

Gibt es spezielle Versicherungen für E-Autos? Sind sie teurer als andere? Worauf muss man achten? Klar ist: Der Preisvergleich lohnt.

Spezielle Versicherungstarife für E-Autos gibt es kaum. Einiges sollte man aber beachten.

Spezielle Versicherungstarife für E-Autos gibt es kaum. Einiges sollte man aber beachten.

Foto: Arne Dedert / dpa

Hamburg.. Allmählich nehmen Elektroautos in Deutschland Fahrt auf. Die Hersteller haben eine Produktoffensive angekündigt und die E-Fahrzeuge überzeugen mit weniger Verschleißteilen sowie geringeren Wartungskosten. Reparaturen an Kupplung oder Auspuff sind nicht mehr notwendig.

Im Jahr 2018 stieg die Zahl der neu zugelassenen E-Autos in Deutschland um 55 Prozent. Zum 1. Januar 2019 waren 83.175 Stromer registriert. Vor fünf Jahren waren es rund 12.000.

Doch wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

E-Autos – Wie muss man die Fahrzeuge versichern?

Ob Benziner, Diesel oder E-Auto: Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Sie kommt für Schäden auf, die durch Benutzung des Fahrzeugs einem Dritten zugefügt werden.

Da es sich bei den Stromern meist um Neuanschaffungen handelt, ist auch eine Kaskoversicherung empfehlenswert. Denn die Vollkaskoversicherung reguliert Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch einen Unfall oder Vandalismus entstanden sind. Die Teilkasko kommt für Schäden durch Brand, Blitzschlag, Hagel und Marderbisse auf.


Gibt es spezielle Tarife für E-Autos?

Solche Tarife gibt es kaum. Für die Kalkulation der Prämien sei die Antriebstechnik nicht entscheidend, heißt es beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft. „Eine wichtige Rolle spielen die Typ- und Regionalklasse sowie die Schadenfreiheitsklasse (SF) des Versicherungsnehmers“, sagt Christian Weishuber von der Allianz, die bisher 7100 Elektrofahrzeuge versichert hat. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass Elektrofahrzeuge ein ähnliches Schadengeschehen wie konventionell betriebene Autos aufweisen.“

Statt spezieller Tarife für Elektroautos setzen die Versicherer eher auf Zusatzleistungen. So bietet die Allianz eine Allgefahren­deckung für die Batterie an, versichert den Diebstahl des Ladekabels oder Überspannungsschäden.

„Außerdem gewähren wir auf alle Elektro- und Hybrid-Modelle einen Rabatt von 20 Prozent auf die Versicherungsprämie“, sagt Weishuber. Auch bei der Concordia gibt es einen Bonus von 15 Prozent für Elektroautos. Die HUK Coburg gewährt ebenfalls einen Nachlass für E-Autofahrer. Das muss aber nicht bedeuten, dass diese Gesellschaften günstige Versicherungsprämien für Stromer haben.


Was ist wichtig, wenn ein Elektroauto versichert wird?

Entscheidend ist, dass der Akku umfassend im Versicherungsschutz integriert ist. „Aus unserer Sicht ist eine Allgefahrendeckung für die Batterie ganz wichtig“, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei der Allgefahrendeckung geht es darum, dass auch Bedienfehler beim Laden mitversichert sind oder wenn die Batterie anderweitig beschädigt wird.

„Zudem sollten Schäden durch Brände am Fahrzeug, unter anderem im Zusammenhang mit Abschleppvorgängen, im Tarif eingeschlossen sein“, sagt die Versicherungsexpertin. „Bei einer stichprobenhaften Durchsicht von Versicherungsbedingungen ist uns aufgefallen, dass bisher wenige Anbieter solche Zusätze in den Bedingungen haben.“

Das Abschleppen von Elektroautos ist komplizierter als bei Verbrennern und erhöht das Risiko von Schäden am Antrieb. Auch eine möglichst lange Neuwertentschädigung von 24 oder 36 Monaten ist empfehlenswert. Mit einem Schutzbrief kann bei R+V auch das Abschleppen des Fahrzeuges bis zur nächsten Stromtankstelle versichert werden, wenn das Auto wegen eines leeren Akkus stehen bleibt. Wenn die Batterie nur gemietet oder geleast ist, muss sie nicht mitversichert werden.

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Ist es günstiger, einen Stromer oder einen Benziner zu versichern?

Für einen Tarifvergleich Elektroauto gegen Verbrenner wurden Fahrzeuge ausgewählt, zu denen es vom jeweiligen Hersteller ein Elektro- und ein Benzinmodell mit annähernd vergleichbarer Leistung gibt. Das ist bei Tesla nicht der Fall. Die Elektroautos von Renault, Smart und BMW gehören zu den häufigsten versicherten E-Modellen.

Doch generell günstiger kann man Elektroautos nicht versichern. Zwischen den einzelnen Modellen gibt es sehr große Unterschiede. Die Stromer-Varianten von Renault, Smart und BMW lassen sich in der Regel preiswerter versichern als ein vergleichbarer Benziner, wenn man jeweils die fünf günstigsten Tarife in die Betrachtung einbezieht, wie Berechnungen auf dem Vergleichsportal www.nafiauto.de zeigen.

Beim Renault Zoe und dem Smart Fortwo electric drive ist aber der Durchschnittswert der jährlichen Versicherungsprämien aus den fünf günstigsten Angeboten maximal vier Prozent niedriger als für die Verbrenner.

Bei einer Beispielrechnung für die Stadt Hamburg schneidet der BMW i3 mit einem Preisvorteil von 16 Prozent am besten ab. Den E-Golf VII im Vergleich zum Benziner zu versichern, ist dagegen 24 Prozent teurer. Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt das Portal Check24 in einer ähnlichen Studie, die für Baden-Baden durchgeführt wurde.


Welche Gesellschaften sind besonders günstig?

Es sind überraschenderweise nicht immer die Gesellschaften am preiswertesten, welche die Kunden üblicherweise bei Verbrennungsfahrzeugen als günstige Kfz-Versicherer kennen. Während bei den Verbrennern häufig Gesellschaften wie HUK-Coburg, HUK24 oder VHV unter den preiswerten Anbietern sind, dominieren bei den Elektroautos ganz andere Namen: Lippische, Feuersozietät Berlin und Versicherungskammer Bayern (VKB). Jedenfalls lohnt es sich also, genau zu vergleichen.