Dow Jones im Minus

Iran-Konflikt sorgt für Verluste an US-Börsen

Blick auf die Börse in der New Yorker Wall Street.

Blick auf die Börse in der New Yorker Wall Street.

Foto: dpa

New York. Ängste vor einer Eskalation der geopolitischen Lage am Persischen Golf haben die US-Aktienmärkte im späten Freitagshandel unter Druck gesetzt und für Verluste gesorgt.

Zuvor hatten Hoffnungen auf niedrigere Zinsen sowie positive Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China positive Impulse gegeben. Im Anlegerfokus standen weitere Quartalszahlen großer US-Unternehmen wie Microsoft, Boeing und American Express. Neue US-Konjunkturdaten hatten kaum Einfluss auf die Notierungen.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,25 Prozent bei 27.154,20 Punkten. Daraus resultierte für den Leitindex ein Wochenverlust von rund 0,7 Prozent. Der breit gefasste S&P 500 sank am Freitag um 0,62 Prozent auf 2976,61 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,88 Prozent auf 7834,90 Punkte.

Der Iran hat am Freitag innerhalb kurzer Zeit zwei britische Tanker in der Straße von Hormus aufgebracht. Nach der unter britischer Fahne fahrenden "Stena Impero" wurde auch ein unter liberianischer Flagge fahrender Tanker in Richtung Iran abgedrängt. Nach Medienberichten soll es sich dabei um die "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK handeln. "Die Festsetzungen sind unakzeptabel", sagte Außenminister Jeremy Hunt. Die USA warfen dem Iran eskalierendes Verhalten gegen Großbritannien vor.

Aus den Reihen der US-Notenbank Fed kamen erneut klare Signale für eine schnelle Zinssenkung. Der Vize-Notenbankchef Richard Clarida sprach sich für eine baldige Ermäßigung aus. Zudem unterstrich der Chef der Notenbank von New York, John Williams, die Notwendigkeit einer schnellen Zinsreaktion der US-Notenbank, sollte sich die US-Wirtschaft in Schwierigkeiten befinden. Ferner forderte US-Präsident Donald Trump die Fed erneut zur Zinssenkung auf. Die Notenbank wird bei ihrer nächsten Sitzung am 31. Juli über die Höhe des Leitzinses entscheiden.

Unterdessen haben die Unterhändler der USA und China erneut miteinander telefoniert, um die stockenden Handelsgespräche wieder in Gang zu bringen. Das berichtete der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang am Freitag vor der Presse in Peking. Beim Treffen von Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende Juni am Rande des G7-Gipfels in Osaka hatten sich beide Seiten auf einen "Waffenstillstand" und eine Wiederaufnahme der Gespräche geeinigt.

Unter den Einzelwerten zeigten sich die Aktien von Boeing mit einem Gewinn von 4,5 Prozent an der Dow-Spitze von ihrer besten Seite. Das Debakel rund um Abstürze und Flugverbote der Baureihe 737 Max hatte dem Luftfahrtkonzern zwar die Bilanz im zweiten Quartal vermasselt, allerdings nicht so drastisch wie von Experten befürchtet. Ohnehin haben sich Börsianer die 737-Max-Krise bislang recht gelassen angeschaut. Auf Jahressicht hat der Aktienkurs mit dem heutigen Gewinn sogar um rund 17 Prozent zugelegt.

Starke Quartalszahlen von Microsoft bescherten den Aktien des Software-Riesen im Verlauf klare Kursgewinne und ein Rekordhoch. Microsoft baute damit zwischenzeitlich seine Führung als wertvollstes börsennotiertes US-Unternehmen mit einem Börsenwert von 1,08 Billionen Dollar vor Apple und Amazon aus. Im späten Handel bröckelten die Papiere jedoch ab und retteten ein nur mageres Plus von 0,2 Prozent ins Ziel. Dank boomender Cloud-Dienste läuft es bei Microsoft derzeit prächtig. Im letzten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) war das operative Ergebnis um 20 Prozent gestiegen.

Am Dow-Ende mit einem Minus von 2,8 Prozent fanden sich hingegen die Titel von American Express. Der Kreditkartenkonzern hatte mit seinen Zahlen zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen und seine Jahresziele bekräftigte. Zur Begründung der Kursverluste verwiesen Händler aber auf den Rekordlauf der Aktien seit Jahresbeginn.

Der Euro zeigte sich auch im US-Geschäft schwächer. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1221 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs im europäischen Morgenhandel noch bei 1,1260 Dollar gestanden hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1226 (Donnerstag: 1,1216) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8908 (0,8916) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen büßten 6/32 Punkte auf 102 29/32 Punkte ein. Sie rentierten mit 2,05 Prozent.