Modehändler

So sieht Zalandos neuer Firmensitz in Friedrichshain aus

Am Mittwoch eröffnet der Modehändler seinen neuen Firmensitz. Warum der Bau ein Zeichen des Aufbruchs ist.

Der Internet-Modehändler Zalando eröffnet am Mittwoch seine neue Zentrale.

Der Internet-Modehändler Zalando eröffnet am Mittwoch seine neue Zentrale.

Foto: HGEsch Photography/Zalando

Berlin.  Die neue Firmenzentrale des Berliner Internet-Modehändlers Zalando in Friedrichshain besteht aus zwei Gebäuden, einem x-förmigen und einem o-förmigen Haus. In dem größeren, dem x-förmigen-Bau, finden auf einer Fläche von gut 30.000 Quadratmetern rund 1500 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Bereits vor drei Monaten sind die ersten Beschäftigten eingezogen. Am heutigen Mittwoch nun wird der siebenstöckige Neubau offiziell eröffnet.

250 Gäste erwartet das Unternehmen am Abend zum offiziellen Festakt. Zalando-Co-Vorstand Rubin Ritter und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werden Grußworte sprechen. Die deutsche Hauptstadt schmückt sich gern mit dem Vorzeigeunternehmen, dessen erster Arbeitsplatz 2008 eine Wohnung an der Torstraße im Bezirk Mitte war. Zalandos Entwicklung seit der Gründung stehe beispielhaft für die Stärken Berlins, sagt etwa Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Fassade und Innengestaltung spiegeln Berliner Flair

„Zalando ist Berlin. Zalandos Erfolgsgeschichte spiegelt Berlins Stärken Innovation, Kreativität und Offenheit. Aus dem kleinen Berliner Schuhversand-Start-Up ist innerhalb weniger Jahre ein führendes Technologieunternehmen mit mittlerweile über 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstanden“, so Pop. Zu dieser Wachstumskurve passe auch die dynamische Wirtschaftsentwicklung Berlins in den vergangenen Jahren. „Digitalunternehmen wie Zalando sind Wachstumstreiber für unsere Stadt. Der neue Campus bietet für die weitere positive Entwicklung die besten Voraussetzungen. Wir unterstützen die erfolgreiche Digitalwirtschaft unserer Stadt, denn daraus entsteht Zukunft“, erklärt die Politikerin.

Zalandos neues Herz schlägt unweit der East-Side-Gallery. Der Modehändler hat sich bei der Gestaltung von Fassade und Innenräumen nach eigenen Angaben von der deutschen Hauptstadt inspirieren lassen. Das Designkonzept des Hauses spiegele Berliner Flair, heißt es in einer Mitteilung. Elemente wie die minimalistische Glasfassade, Betonsäulen im hohen Atrium oder schlichte Holztreppen sollen für Offenheit und Kreativität der Stadt stehen. Der Internethändler selbst hat dem Vernehmen nach rund zehn Millionen Euro für den Endausbau in die Hand genommen. Besitzer des Gebäudes ist Zalando jedoch nicht. Wie hoch die Miete ist, die das Unternehmen auf das Konto des Eigentümers Hines Immobilien zahlen muss, ist nicht bekannt.

Experte: „Zalando hat sich ambitionierte Ziele gesetzt“

Einzelhandelsexperten sehen in dem Neubau auch ein Zeichen für die nächste Phase der Unternehmensentwicklung des Internet-Modehändlers. „Zalando hat sich ambitionierte Ziele gesetzt“, sagt etwa Retail-Kenner Jochen Krisch. Berlins Vorzeigeunternehmen will in den nächsten Jahren noch stärker zu einem Marktplatz werden. Modemarken nutzen die Plattform bereits heute für den Direktverkauf an ihre Kunden. Die Kooperation bringe Vorteile für beide Seiten, erklärt Krisch: Die Marken würden von den zahlreichen Zalando-Kunden profitieren. Das Unternehmen kümmere sich zudem um Verpackung, Logistik und den Service, so der Experte. Bei den Kapitalmarkttagen im März hatte Zalando den Anspruch noch einmal untermauert und auch mit Wachstumszielen hinterlegt: Jedes Jahr soll der Umsatz des Internethändler um mindestens 20 Prozent wachsen. Geht der Plan auf, könnte Zalando vielleicht schon 2020 die Marke von zehn Milliarden Euro Umsatz erreichen.

Mode-Geschäft ist auch wetterabhängig

Jochen Krisch hält das für möglich. Dazu müssten allerdings auch Retail-Größen wie H&M und Zara ihre Mode bald über die Zalando-Plattform verkaufen. Bislang aber zieren sich die Konkurrenten noch. Der vergangene Sommer hatte zudem gezeigt, wie wetterabhängig das Geschäft von Zalando mitunter ist. Wegen der heißen Temperaturen bestellten die Kunden weniger teurere Pullover und Jacken, sondern günstigere T-Shirts. Zalando hatte daraufhin seine Gewinnziele korrigieren müssen. „Wir wachsen nach wie vor deutlich schneller als der Modemarkt insgesamt. Dieser Sommer zeigt uns aber, dass wir für den Erfolg weiter hart arbeiten müssen“, hatte damals Zalando-Deutschland-Chef Linus Glaser gegenüber der Berliner Morgenpost erklärt.