Logistik

Post verlangt mehr Porto: Standardbrief zehn Cent teurer

Das Porto für einen Standardbrief soll von 70 auf 80 Cent steigen. Die Regelung gilt ab dem 1. Juli. Es ist nicht die einzige Änderung.

Das Porto für einen Standardbrief steigt ab dem 1. Juli deutlich.

Das Porto für einen Standardbrief steigt ab dem 1. Juli deutlich.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Bonn. Wer Briefe verschicken will, muss ab dem 1. Juli für das Porto deutlich mehr Geld ausgeben. Der Preis für den Standardbrief soll von bisher 70 auf 80 Cent steigen, wie die Deutsche Post mitteilte.

Ebenfalls um 10 Cent soll sich der Preis für den Kompaktbrief bis 50 Gramm auf dann 0,95 Euro verteuern. Für eine Postkarte sollen die Verbraucher ab dem 1. Juli 0,60 Euro (bisher 0,45 Euro) zahlen. Auch Sendungen ins Ausland sollen deutlich teurer werden. Das ändert sich sonst noch im Juli.

Briefporto steigt: Preise gelten bis 2021

Der Regulierer Bundesnetzagentur muss den Plänen noch zustimmen. Er hat der Post aber bereits ein Preiserhöhungspotenzial von 10,63 Prozent zugebilligt. Die neuen Preise sollen bis Ende 2021 gelten – und dem Konzern beim Erreichen seiner Gewinnziele helfen.

Zuletzt hatte die Post das Porto für den Standardbrief Anfang 2016 für drei Jahre von 62 auf 70 Cent erhöht – damals die größte Steigerung seit 1989. Die Post kämpft beim Brief mit rückläufigen Sendungsmengen. Verbraucher und Firmen kommunizieren immer häufiger per E-Mail. Erst zum 1. Januar hatte die Post die Preise für Pakete bis fünf Kilo erhöht.

Der Post-Kahn ist da!

Deutsche Post: 5000 neue Mitarbeiter in der Zustellung

Aktuell stellt der Bonner Konzern rund 57 Millionen Briefsendungen am Tag in der Bundesrepublik zu. Post-Chef Frank Appel hatte erst im Mai für höhere Briefpreise geworben. Das Brief-Volumen in der Bundesrepublik sinke, die Kosten des Konzerns stiegen: „Da ist ein angemessener Spielraum für höhere Preise zwingend.“ Diese machten auch „die Ausgaben in bessere Qualität und gute Löhne finanzierbar“.

Die Post hatte angekündigt, in der Zustellung rund 5000 neue Mitarbeiter einzusetzen. Die Netzagentur will das kontrollieren. Vor Kurzem erst hatte die Deutsche Post erklärt, künftig Elektro-Transporter mit Brennstoffzellen zur Auslieferung einsetzen zu wollen.

Interview mit Post-Chef Frank Appel: „Die Paketpreise werden weiter steigen“

Die Post kämpft in ihrem Brief- und Paketgeschäft in Deutschland auch mit hausgemachten Problemen. Sie hatte dort in der Vergangenheit angesichts des boomenden Online-Handels auf Umsatzwachstum gesetzt und die Kosten aus den Augen verloren.

Post will Gewinn deutlich steigern

Appel hatte im vergangenen Jahr nach einer Gewinnwarnung die Reißleine gezogen. Die Porto-Erhöhung soll nun für Rückenwind sorgen. Auch damit will Appel den operativen Gewinn des Konzerns 2019 auf 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro steigern. Im Jahr 2020 sollen es dann mehr als fünf Milliarden Euro sein. (jb/rtr)