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Bildung

An der Klax Schule lernen, was die Zukunft braucht

Abiturienten der Berliner Klax Schule werden ganz praktisch auf die Aufgaben und Herausforderungen von Beruf und Studium vorbereitet.

Lino, Schüler der 11. Klasse an der Klax Schule, untersucht die Entstehung der Mondkrater.

Lino, Schüler der 11. Klasse an der Klax Schule, untersucht die Entstehung der Mondkrater.

Foto: Klax 2019

Nachhaltiges Lernen durch Praxisprojekte

In der Klax Schule ist heute eine Besuchergruppe unterwegs. Ein deutscher Hersteller für Schulmöbel macht mit seinen Designern einen Rundgang durch die Schule. Gemeinsam mit Schülern und Lehrern sollen moderne Raum- und Möbelkonzepte entwickelt werden. Und natürlich will man auch den künftigen Designer-Nachwuchs für eine mögliche Karriere in der eigenen Firma begeistern. Im großen Atelier ist viel Betrieb. Die Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse arbeiten an ihrem Projekt. Es wird gesägt, geklebt und gedruckt. Anlässlich der Eröffnung des Bauhausmuseums in Weimar setzen sich die Schüler mit dem besonderen Ansatz dieser großen Design- und Architekturschule auseinander. „Was unterscheidet einen Eierbecher in Art déco von einem Eierbecher im Bauhausstil?“ Diese Frage wird heiß diskutiert und anhand von Design-Studien der Schüler erörtert. Die Besuchergruppe wird sofort in die Diskussion eingebunden, es wird gefachsimpelt, kritisiert und viel gelacht. Die Profis stellen den Schülern ihre Entwürfe vor und nehmen dankbar Verbesserungsvorschläge entgegen. „Hier wär ich auch gern zur Schule gegangen“ stellt einer der Besucher fasziniert fest.

Die Klax Schule setzt auf Entwicklung von Gemeinsinn

Die Abiturstufe der kunstbetonten Klax Schule in Berlin Pankow ist seit drei Jahren staatlich anerkannt. Das modern gestaltete Schulhaus beherbergt insgesamt 400 Schüler von der ersten bis zur 13. Klasse. Das Lernkonzept der Privatschule betont die Entwicklung der Persönlichkeit junger Menschen zu eigenständigen, lösungsorientierten und leistungsbereiten Erwachsenen.

„Lernen ist ein soziales Paket“ betont Stephen Kelly der Schulleiter der Klax Schule. „Die Zukunft unserer Gesellschaft wird davon abhängen, dass die Menschen in der Lage sind, zusammenzuarbeiten und gemeinsam Lösungen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, neue Demokratieformen oder Veränderungen unseres Arbeitsmarktes zu finden. Wir legen in unserer Schule besonderen Wert darauf, die soziale Gemeinschaft zu stärken. Das bedeutet, die Schüler lernen den Wert solidarischen Verhaltens, gemeinsamer Lösungserarbeitung in Forschungsgruppen und Verantwortungsübernahme gegenüber sich selbst und der Schulgemeinschaft zu schätzen. In so einem Klima verbessern fast alle unsere Schüler ihre Leistungen.“

Lernateliers schaffen Freiraum für Schüler

Besonders im Abitur zahlt sich dieses Vorgehen aus. Die Schülerinnen und Schüler lernen auf eine Art, welche weniger an klassischen Unterricht, sondern vielmehr an die Arbeitsweise von Universitäten erinnert. In sogenannten Lernateliers, das sind große, offene Räume mit vielen Arbeitsplätzen, sitzen die Schüler und erarbeiten selbstständig in Einzelarbeit am Laptop oder Tablet den Lernstoff. Einige tragen Ohrenschützer oder hören Musik über Kopfhörer. Es ist sehr still im Raum. Ein Lehrer arbeitet am Stehtisch in der Mitte des Raums mit seinem Laptop. Ganz anders in den kleineren Räumen nebenan. Hier herrscht geschäftiges Treiben. Ein Lehrer diskutiert mit einer Gruppe von Schülern, es wird am Whiteboard geschrieben und Bücher gewälzt. Hier geht es um Physik. Astrophysik, um genau zu sein. Stein des Anstoßes sind Schatten rund um die Mondkrater, die auf den Fotos vom Mond zu sehen sind. „Ich habe in einem Artikel gelesen, dass Wissenschaftler in Japan vermuten, dass diese Krater entstehen, wenn die Meteoriten auf der Mondoberfläche abprallen. Ich möchte die Gruppe davon überzeugen, diese Vermutung in einem Experiment zu beweisen.“ erklärt Lino aus der 11. Klasse. Der Lehrer schlägt vor, daraus ein Projekt zu machen und auch die anderen Fachbereiche einzubeziehen. In der Projektwoche zum Jahresende soll das Thema gemeinsam mit den anderen Klassen erarbeitet werden. Die Schüler beratschlagen, welche Schritte notwendig sind, um das Experiment planen und durchführen zu können.

Weiterentwicklung unerlässlich für Schüler und Lehrer

Während die Schüler weiter an ihrem Plan arbeiten, ist die Besuchergruppe eine Etage weiter oben im Maker-Space angekommen. Der Maker-Space ist eine große Werkstatt, direkt unter dem Dach der Schule. Der weite Ausblick lenkt nicht vom Geschehen im Raum ab. Fünf 3D-Drucker surren emsig vor sich hin. Zwei Schüler haben die Nähmaschinen hervorgeholt und stecken ihre Zuschnitte zusammen. Sie wollen noch nicht verraten, an welchem Produkt sie arbeiten. Ringsum sitzen Schüler mit ihren Laptops und entwerfen oder konstruieren. Die Bügelmaschine dampft. Zwei Schülerinnen haben Aufdrucke für Taschen entworfen und ausgestanzt. Diese werden nun auf die bereits fertig genähten Taschen gebügelt. Mit einem lauten Rattern meldet einer der 3D-Drucker, dass er fertig ist. Ein Schüler steht auf und prüft das Ergebnis. „Dies ist ein Seitenteil für mein ferngesteuertes Auto“ erklärt Lukas den Besuchern. „Ich bau mir das komplett Selbst. Mit allen Funktionen und Programmierungen“ fügt er ganz selbstverständlich hinzu.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Schüler.“ erklärt Sven Wiesner, der Kunstlehrer, der heute die Schüler der im Maker-Space begleitet. „Sie haben gelernt die eigenen Projekte systematisch umzusetzen, dabei planvoll vorzugehen und mit anderen zu kooperieren. Hier ist jeder Schüler richtig, solange er sich anstrengen und seine Fähigkeiten weiter entwickeln will.“ Damit dies gelingt, setzt man an der Klax Schule auf regelmäßige Fortbildungen für Lehrkräfte. Denn um den Schülern immer die passenden Herausforderungen bereitzustellen, sie bei der Erreichung ihrer Ziele bestmöglich zu unterstützen, erfordert für die Lehrer eine ganz andere Herangehensweise, als bisher. Besonders in der Oberstufe.

„Keiner unserer Abschlüsse ist eine Sackgasse“

„Unser Abitur kann sich sehen lassen.“ sagt Stephen Kelly und fügt hinzu, „Im neuen Schuljahr werden wir bei Klax das Fachabitur in den Bereichen Soziales, Ernährung und Wirtschaft anbieten.“ Es muss aber nicht immer gleich das Abitur sein. Wer lieber erstmal eine Ausbildung machen will, hat bei Klax alle Möglichkeiten. So können Schüler in der 9. Klasse z.B. die Sozialassistentenausbildung starten und danach entweder die Ausbildung zum Erzieher oder das Fachabitur machen. „Keiner unserer Abschlüsse ist eine Sackgasse“ sagt Kelly. Es gibt sogar eine schuleigene Laufbahnberatung mit dem Ziel jeden Schüler dabei zu unterstützen, den für ihn passenden Weg zu finden.

Die Besuchergruppe hat mittlerweile ihren Rundgang beendet. Sichtlich beeindruckt ist sie im Büro des Schulleiters angekommen. „Wir versprechen uns viel vom direkten Austausch.“ sagt Kelly. „Alle haben die Nachwuchsgewinnung auf ihrer Agenda. Wir laden die Firmen und Institutionen ein, zu uns zu kommen und sich bei unseren Schülern vorzustellen.“ Es ist das erklärte Ziel der Schule, dass jeder zum Ende der Schulzeit, einen festen Platz an einer weiterführenden Bildungseinrichtung oder in einem Unternehmen gefunden hat.

Für die Besuchergruppe jedenfalls steht fest, dass Sie hier regelmäßig vorbeikommen werden. Auch in der Hoffnung einige Schüler für den Designberuf interessiert zu haben.