Pleite-Airline

Germania: Zwei Angebote für insolvente Berliner Airline

Zwei Interessenten haben ein konkretes Angebot für die insolvente Fluggesellschaft Germania abgegeben. Wie es jetzt weitergeht.

Anfang Februar musste Germania Insolvenz anmelden. Jetzt gibt es erste Angebote von möglichen Käufern.

Anfang Februar musste Germania Insolvenz anmelden. Jetzt gibt es erste Angebote von möglichen Käufern.

Foto: Martin Schutt / dpa

Die Verhandlungen über eine Übernahme der insolventen Berliner Fluggesellschaft Germania werden offenbar konkreter. Nach Angaben des zuständigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg haben drei Investoren Interesse an einer Übernahme. Zwei der möglichen neuen Eigentümer haben bereits ein konkretes Angebot abgegeben. Laut Wienberg stammen die Interessenten aus der Flug-Branche. Nähere Angaben machte er mit Verweis auf Verschwiegenheitsvereinbarungen nicht.

Investoren mit Interesse an Gesamtpaket

Germania hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Von der Pleite sind mehr als 1600 Mitarbeiter betroffen. In dem derzeitigen Bieterverfahren geht es laut Insolvenzverwalter um ein Gesamtpaket bestehend aus einem Großteil des Streckennetzes der Germania Fluggesellschaft mbH sowie Wartungs- und Service-Kapazitäten der Germania Technik GmbH und der Germania Flugdienste GmbH.

Daneben gebe es, so Wienberg, eine Reihe von Interessenten, die Wartungs- oder Service-Leistungen ohne den Flugbetrieb übernehmen wollten. „Wünschenswert ist natürlich eine Gesamtlösung“, sagte Wienberg. „Wir konzentrieren uns aber in dieser Phase noch nicht auf ein Szenario, sondern verhandeln beide Möglichkeiten parallel“, erklärte er.

Germania-Passagiere bleiben auf Kosten sitzen

Wienberg strebt eine sogenannte „übertragende Sanierung“ an, bei der der Geschäftsbetrieb oder Teile davon auf eine neue, insolvenzfreie Gesellschaft verkauft und übertragen werden. Bei dieser Investorenlösung würden Ansprüche von Germania-Kunden nicht mit übergehen. „Bei einer übertragenden Sanierung übernimmt der Investor nur den Geschäftsbetrieb, nicht die Verbindlichkeiten des Unternehmens“, sagte Wienberg.

„Ansprüche von Passagieren auf Beförderung oder auf Rückerstattung gestrichener Flüge bleiben nach geltendem Insolvenzrecht zwingend Teil der Insolvenzmasse.“ Nach der Pleite waren Zehntausende Urlauber von anderen Airlines nach Hause geflogen worden. Bei Pauschalreisen hatten die Veranstalter die Kosten für den Rücktransport übernommen. Individualreisende hingegen mussten sich selbst und auf eigene Kosten um eine Ersatzbeförderung bemühen.

Zwei weitere Germania-Firmen insolvent

Unterdessen haben zwei weitere Gesellschaften der Germania-Gruppe einen Insolvenzantrag gestellt: die Konzernmutter Germania Beteiligungsgesellschaft mbH (sieben Beschäftigte) sowie deren hundertprozentige Tochter Germania Reisen GmbH (vier Beschäftigte), die Reisen für den Veranstalter Vtours vermittelt. Auch für diese Gesellschaften habe Wienberg die Insolvenzverwaltung übernommen.