Werbekampagne

True Fruits: Petition nach Rassismus-Vorwurf gestartet

Der Smoothie-Hersteller True Fruits stoppt nach Rassismus-Vorwürfen den Verkauf eines Getränks. Aber wehrt sich weiter gegen Kritik.

Mit dem Werbespruch „Schafft es selten über die Grenzen“ löste True Fruits Kritik aus.

Mit dem Werbespruch „Schafft es selten über die Grenzen“ löste True Fruits Kritik aus.

Foto: True Fruits

Berlin.  Eine prall gefüllte Glasflasche in schwarzer Farbe. Daneben der Spruch: „Schafft es selten über die Grenze“. Damit hatte der Smoothie-Hersteller True Fruits für eine Geschmackssorte aus seinem Sortiment geworben. Ein anderer Werbespruch zu dem Produkt lautete „Unser Quotenschwarzer“.

Dass es sich bei dieser Werbung um Rassismus handle, werfen kritische Stimmen bereits seit 2016 dem Hersteller vor, als der erste Slogan zu dieser Smoothie-Sorte öffentlich wurde. Vor wenigen Tagen verkündete das junge Unternehmen auf seiner Facebook-Seite nun, dass es den schwarzen Smoothie aus dem Sortiment nehmen würde. Seitdem ist ein erneuter Shitstorm über den Getränkehersteller ausgebrochen.

Nun wurde auf der Plattform change.org eine Petition gegen True Fruits gestartet. Sie trägt den Titel „True Diskriminierung und sonst nichts – Nehmt True Fruits aus eurem Sortiment“. Die Petition haben – Stand Samstagmittag (23. Februar 2019) – fast 30.000 Nutzer unterzeichnet. Das Projekt zielt darauf ab, dass Verkaufsstellen das Produkt aus dem Regal nehmen.

Auf change.org findet sich auch eine Petition pro True Fruits. Zum selben Zeitpunkt hatte diese Umfrage jedoch nur 971 Unterstützer.

Rassismus-Vorwürfe gehen True Fruits auf die „Nerven“

Die Kritiker regen sich besonders über die Art und Weise auf, mit der True Fruits die Aussonderung des Produkts begründet. Auf Facebook schreibt das Unternehmen über die Geschmackssorte, die ausgerechnet den Namen „Smoothie white“ trug: „Er ist das schwarze bzw. weiße (?) Schaf der Familie. Seinetwegen haben wir uns oft schwarz ääähh weiß geärgert.“

Die ständigen Rassismus-Vorwürfe und Fehlinterpretationen seien True Fruits „auf die Nerven“ gegangen. „Wir nehmen ihn nur deswegen aus dem Sortiment. Wirklich nur deswegen. Jetzt habt ihr es schwarz auf weiß“, heißt es weiter in dem Facebook-Post.

Als Reaktion auf diesen Post erhielt das Unternehmen Reaktionen, die in zwei verschiedene Richtungen ausschlugen: Die einen User fragten sich, wie in eine schwarze Flasche überhaupt Rassismus interpretiert werden könne.

Die anderen blieben bei ihrer Kritik an True Fruits und argumentierten, es sei weder um die Smoothie noch um die Farbe an sich gegangen. Kritikpunkt seien vor allem die Werbesprüche gewesen, die „hippen rassistischen Anspielungen, wie: ‘schafft es selten über die Grenze‘“, schreibt ein Nutzer.

Unternehmen wehrt sich gegen anhaltende Kritik

Bei diesen Kommentaren ist es jedoch nicht geblieben. Denn als Reaktion auf die weiter anhaltenden Vorwürfe von Rassismus reagierte das Start-up prompt – mit einer bockigen Antwort, die die Debatte nur noch weiter anheizte.

„Liebe Freunde, liebe vermeintlich Diskriminierte, liebe Dumme“, beginnt der Facebook-Post am darauf folgenden Tag. „Wir sind das regelmäßige Lamento einiger Zwangsempörter gewöhnt und entschuldigen uns bei allen, die davon ebenfalls zu Recht gelangweilt sind“, schreibt das Unternehmen weiter.

True Fruits behauptet in der Stellungnahme, dass die eigentliche Botschaft hinter der Werbekampagne komplett missverstanden worden sei: Die Kampagne sei eine Kritik an der rechts angehauchten Politik Österreichs gewesen. „Stattdessen werden aber einzelne Motive ohne Sinn und Verstand rauskopiert und mit übertriebener Polemik, Hetze und Beleidigungen uns gegenüber durch die Gegend geschickt“, heißt es weiter in dem Post.

Zu dem Post setzt das Start-up eine sarkastisch gemeinte Quotecard hinzu: „Ja, wir sind diskriminierend.“ Und in kleiner Anmerkung steht dabei: „Achtung: Diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden.“ Auf die Idee, dass die Bezeichnung „dumme Menschen“ vielleicht selbst wie eine Beleidigung anmuten könnte, kommen die Verfasser allerdings nicht.

Auf die Kommentare zum jüngsten Post reagierte das Unternehmen sogar noch mit einer Insta-Story, in der es eine Szene von Sänger Jamie Foxx einbettet, der „Fuck You“ singt – als Botschaft dafür, was das der Smoothie-Hersteller von den Anschuldigungen hält.

„Ihr seid ein Unternehmen, keine wütenden Teenies“

Eine Nutzerin stellt auf Facebook klar heraus, was sie trotz allem – oder gerade deswegen – weiterhin von dem Unternehmen hält: Die ganze Art und Weise sei „unprofessionell, peinlich und widerlich“. Weiter schreibt die Userin: „Ihr seid ein Unternehmen, keine wütenden Teenies. Erst provozieren, dann mit Kritik nicht umgehen können und jetzt einfach mal behaupten, dass die diejenigen, die eure Werbe-Slogans nicht witzig finden, dumm sind?! Wow“.