Kontaktloses Bezahlen

Umfrage: Jeder Dritte zahlt schon mit seinem Smartphone

Deutsche lieben Bargeld. Nur 44 Prozent können sich vorstellen, darauf zu verzichten. Aber auch immer mehr zahlen mit Smartphone-App.

Mit dem Handy bezahlen: Die einen finden es praktisch, die anderen zu unsicher.

Mit dem Handy bezahlen: Die einen finden es praktisch, die anderen zu unsicher.

Foto: imago / Overstreet

Berlin.  Beim Bezahlen pflegen die Deutschen ihren ganz eigenen Stil. Sie lieben Bargeld – ganz konventionell und altmodisch. Während bei den Nachbarn Dänemark längst das Motto „No cash“ gilt, werden hierzulande rund 74 Prozent aller Einkäufe noch in Münzen und Scheinen bezahlt.

Allmählich findet aber auch in Deutschland ein Umdenken statt. Immerhin können sich bereits 44 Prozent der Bürger vorstellen, auf Bargeld zu verzichten – 54 Prozent dagegen nicht.

30 Prozent bezahlen schon mit dem Smartphone

Wer im Internet einkauft, nutzt schon zunehmend Online-Bezahldienste wie Paypal oder aber Kreditkarten. Im Geschäftsalltag werden an der Kasse zudem immer häufiger Handys gezückt. 30 Prozent aller Bundesbürger haben schon mal per Smartphone oder Smartwatch bezahlt – etwa mit Apple Pay oder Google Pay .

Jeder zweite von ihnen (53 Prozent) macht dies im Supermarkt, beim Einkauf von Mode, Technik oder Möbeln (34 Prozent) oder beim Zahlen von Fahrkarten im Fern-, Nah- oder Stadtverkehr (16 Prozent).

Dies geht aus einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom hervor, für die 1000 Menschen befragt wurden. Besonders Fortschrittliche – eine Minderheit von vier Prozent – bezahlen auch in Cafés, Bars oder Restaurants ihre Rechnungen mit Smartphone.

Zahlen mit dem Smartphone spart Zeit an der Kasse

Den größten Vorteil sehen 38 Prozent der Befragten in der Zeitersparnis durch Handy-Zahlungen. Sie kommen dadurch schneller durch die Kassen.

Allerdings hätten 29 Prozent der anderen Kunden den Vorgang mit Skepsis verfolgt oder kommentiert, berichten die Befragten. Jeder Fünfte bemerkt, dass sich die Kassierer an der Kasse mit dem Bezahlvorgang nicht auskannten.

Viele haben Sicherheitsbedenken

Als Hauptgrund, warum viele noch nicht mobil bezahlen, nennen 60 Prozent der Befragten Sicherheitsbedenken. 28 Prozent bezeichnen das digitale Verfahren als zu kompliziert, 16 Prozent dauert es zu lange. 13 Prozent wissen wiederum gar nicht, dass Zahlen per Smartphone überhaupt möglich ist.

Größtes Vertrauen zur Hausbank

Bei der Wahl eines Bezahldienstes vertrauen 36 Prozent der Befragten auf ihre Hausbank. Ein weiteres Drittel setzt auf Finanzdienstleister wie Paypal, Internetunternehmen und Hersteller von Smartphones. Jeder Fünfte (22 Prozent) vertraut unterdessen keinem dieser Anbieter.

Verbraucherschützer fordern noch besseren Datenschutz

Angesichts der jüngsten Datenlecks und der illegalen Veröffentlichung privater Daten mahnen die Verbraucherschützer noch mehr Datensicherheit an. „Es wird Zeit, dass Datenschutz und Datensicherheit nicht mehr als Hindernisse, sondern als Grundbedingung für eine erfolgreiche Digitalisierung anerkannt werden“, sagt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dieser Redaktion. Das gelte natürlich auch für den Bereich mobile payment.

Konkret fordert Müller die Bundesregierung auf dafür zu sorgen, dass die Datenschutz-Grundverordnung konsequent angewendet und durchgesetzt wird: „Anbieter sollten zudem nicht mehr Daten erheben, als sie für einen Bezahlvorgang wirklich brauchen.“