Luftfahrt

Lufthansa droht Tarifstreit mit Flugbegleitern im Sommer

Zu Beginn der Sommerferien droht der Lufthansa ein Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern. Ob es zu Streiks kommt, ist noch ungewiss.

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Berlin.  Der Tarifkonflikt mit dem Sicherheitspersonal an den Flughäfen ist noch nicht ausgestanden, da droht der deutschen Luftfahrt schon der nächste Arbeitskampf. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat ihre Tarifverträge mit der Lufthansa gekündigt.

Mantel- und Vergütungstarifvertrag laufen somit zum 1. Juli aus – damit wären bei einer möglichen Zuspitzung der bevorstehenden Tarifverhandlungen bei Deutschlands größter Fluggesellschaft Warnstreiks zum Beginn der Sommerferien möglich. Betroffen sind 19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa.

Erste Gespräche noch im Januar

Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte unserer Redaktion die Kündigung der Tarifverträge durch die Flugbegleiter-Gewerkschaft. Ufo wolle der Airline demnächst erste Forderungen vorlegen. Bereits für Ende des Monats seien erste Gespräche mit Vertretern des Kabinenpersonals geplant.

Dieser Termin sei jedoch auch schon vor der Kündigung der Tarifverträge angesetzt gewesen. Die Gewerkschaft Ufo teilte mit, die Tarifkommission habe viele Themen „identifiziert, die sich für die Kabine verbessern müssen“.

Der aktuelle Tarifvertrag war im Sommer 2016 erst nach einer Schlichtung durch den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) zustande gekommen. Zuvor hatten die Flugbegleiter eine Woche lang gestreikt – es war die längste Arbeitsniederlegung in der Firmengeschichte.

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Verhältnis zwischen Lufthansa und Ufo ist angespannt

Auch in diesem Jahr könnte der Fluggesellschaft eine harte Auseinandersetzung bevorstehen. Das Verhältnis zwischen Ufo und Lufthansa gilt als angespannt, seitdem der Konzern von der Gewerkschaft fast eine Million Euro fordert, weil Gewerkschafter keine Freistellung beantragt hätten. Ufo wies die Vorwürfe zurück.

Unterdessen liefen die Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal an den Flughäfen. Die Gewerkschaft Verdi forderte für die 23.000 Beschäftigten einen bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) wollte ein neues Angebot vorlegen. Im Gegenzug verlangten die Arbeitgeber auch Zugeständnisse der Gewerkschaft.

Die Verhandlungen wurden in der Nacht zu Donnerstag beendet: Mit einer Einigung im Tarifstreit. Seit Jahresbeginn waren die Mitarbeiter der Flugsicherheit drei Mal in Warnstreik getreten und hatten damit den Flugbetrieb in Deutschland mehrfach teilweise zum Stillstand gebracht. Das gilt auch für die Lufthansa-Tochter Eurowings. Nach Chaos-Sommer soll Eurowings wieder pünktlich fliegen.