Kommentar

Maximales Tempo 130? Es spricht mehr dafür als dagegen

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Jörg Quoos
Runter vom Gas: Drei gute Gründe für ein Tempolimit

Runter vom Gas: Drei gute Gründe für ein Tempolimit

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Beim Thema Tempolimit hört der Spaß für viele Deutsche auf. Sie wollen das Recht zum Rasen. Dabei gibt es viele gute Gründe dagegen.

Berlin.  Fällt in Deutschland bald das bislang größte Tabu? Eine Regierungskommission erwägt, Tempo 130 zu empfehlen – und spaltet sofort das ganze Land.

Bei keinem Thema stehen sich die Deutschen unversöhnlicher gegenüber als beim Tempolimit. Weicheier gegen echte Kerle. Grüne Wirrköpfe, die uns den letzten Spaß rauben wollen, gegen Raser, denen Menschenleben und Wälder völlig egal sind.

Das ist je nach Blickwinkel der Frontverlauf. Für differenzierte und kluge Debatten war bislang kein Raum.

Tempolimit spart Benzin

Aber was sind die Fakten? In Deutschland stehen wir pro Jahr auf 1,5 Millionen Kilometern im Stau. Allein 2018 starben 3220 Menschen im Straßenverkehr. Ein Tempolimit spart Benzin, Nerven, Lärm, Emissionen. Und das schönste: Es lässt einen entspannt am Ziel ankommen.

Eigentlich keine schlechten Argumente. Dass die deutsche Autoindustrie ohne die Lizenz zum Rasen stirbt, ist ein altes Horrormärchen, das durch Wiederholen nicht wahrer wird.

Porsche exportiert die meisten Sportwagen nach China und in die USA – trotz strenger Tempolimits.

Tempolimit – wie wäre ein Test?

Wer häufig auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, weiß doch genau: Nicht das Schnellfahren ist das Problem, sondern die wachsende Zahl der Irren, die damit nicht umgehen können.

Wer mit Kindern auf der Rückbank bei Tempo 180 von der Überholspur gedrängelt wird, darf ruhig mal an dieser deutschen Freiheit zweifeln und sich fragen: Muss ich mir das eigentlich gefallen lassen?

Es spricht mehr dafür als dagegen, ein Tempolimit einzuführen. Warum also nicht probeweise, als großer Test über zwei Jahre? Danach wäre die Autofahrernation Deutschland endlich schlauer und könnte anhand neuer Erkenntnisse entscheiden: Nicht aus dem Bauch, sondern ausnahmsweise mit dem Hirn.