Maut

Ticketanbieter bekommt Zuschlag für Pkw-Maut

CTS Eventim ist den meisten Menschen nur als Konzertkarten-Anbieter bekannt. Nun hat die Firma ein neues Geschäftsfeld erschlossen.

Mautbrücke an der A3 in NRW: Der vom Bundesverkehrsministerium vergebene Auftrag hat ein Volumen von knapp zwei Milliarden Euro.

Mautbrücke an der A3 in NRW: Der vom Bundesverkehrsministerium vergebene Auftrag hat ein Volumen von knapp zwei Milliarden Euro.

Foto: imago stock&people / imago/Jochen Tack

München.  Der Konzertkartenanbieter CTS Eventim hat sich den wohl größten Einzelauftrag seiner Geschichte gesichert – und zugleich ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Das Bundesverkehrsministerium erteilte dem deutschen Unternehmen und seinem österreichischen Partner Kapsch TrafficCom vorläufig den Zuschlag für die Pkw-Maut erteilt. Das teilten die Beteiligten am Mittwoch mit.

Kapsch hat international schon einen Namen als Mautsystem-Betreiber, der Online-Ticketvermarkter und Festival-Veranstalter CTS Eventim ist neu in der Branche. CTS Eventim kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro und hat nach eigenen Angaben bisher keinen größeren Einzelauftrag an Land gezogen.

Knapp zwei Milliarden Euro Volumen

Der Auftrag an die gemeinsame Betreibergesellschaft habe ein Volumen von knapp zwei Milliarden Euro und laufe über mindestens zwölf Jahre, teilten die Partner mit. Eine Verlängerung auf 15 Jahre sei möglich. Sofern kein anderer Bieter Rechtsmittel einlege, gilt der Zuschlag endgültig.

Aus Kreisen der Beteiligten hieß es allerdings, dass CTS Eventim und Kapsch nicht die einzigen Bieter für den Verkauf der Maut-Vignetten seien. Einen kleineren Teilauftrag zur Maut, nämlich die Kontrolle der Maut-Vignetten, hatte sich Kapsch bereits gesichert.

Im Frankfurter Xetra-Handel legten die Aktien vom CTS Eventim im Nebenwerteindex MDax um drei Prozent zu. Die Titel von Kapsch schossen an der Wiener Börse um mehr als 13 Prozent in die Höhe.

EU-Kommission hat Verfahren eingestellt

Die von der CSU vorangetriebene Pkw-Maut ist eines der umstrittensten Vorhaben der Bundesregierung. Die Niederlande und Österreich haben gegen deren Einführung geklagt. Sie sehen eine Diskriminierung ausländischer Autofahrer, weil die Infrastrukturabgabe alle zahlen müssen und Fahrzeughalter in Deutschland über die Kraftfahrzeugsteuer entlastet werden.

Die EU-Kommission hat ihr Verfahren wegen einer möglichen Benachteiligung von Ausländern aber eingestellt. „Die Pkw-Maut kommt – in dieser Legislaturperiode“, erklärte der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun. „Die technische und organisatorische Umsetzung und der Aufbau der Systeme können nun ganz konkret beginnen.“

Nach Informationen unserer Redaktion wird das Kontrollsystem für die Pkw-Maut frühestens in zwei Jahren funktionieren . (rtr/küp)