Umstellung

Halal: Toblerone entspricht nun islamischem Reinheitsgebot

Toblerone-Schokolade wird nun halal produziert. Um Boykottaufrufe zu vermeiden, verzichtet der Hersteller auf einen Verpackungshinweis.

Toblerone wird seit 1867 in der Schweiz hergestellt.

Toblerone wird seit 1867 in der Schweiz hergestellt.

Foto: Francis Joseph Dean / imago/Dean Pictures

Berlin.  Die weltbekannte Schweizer Toblerone-Schokolade wird seit einigen Monaten nach islamischem Reinheitsgebot produziert. Das bestätigte der Hersteller, das US-Unternehmen Mondelez, der Schweizer Zeitung „SonntagsBlick“.

Mondelez habe das Schokoladen-Werk in Bern entsprechend zertifizieren lassen. Die Zutaten und die Produktion entsprächen nun Halal-Standards. „Halal“ bedeutet auf Arabisch „erlaubt“ oder „zulässig“ im Sinne des Korans. So müssen Tiere zum Beispiel laut islamischer Rechtsprechung nach einem bestimmten Ritual geschlachtet werden.

Bei der Halal-Produktion geht es aber auch um ethische Fragen und Nachhaltigkeit. Bei der Produktionskette wird stark darauf geachtet, dass Kinderarbeit ebenso vermieden wird wie Eier aus Legebatterien.

Kein Halal-Hinweis auf der Verpackung

Nach Angaben von Mondelez sei nichts an der Originalrezeptur der Toblerone verändert worden. Das Unternehmen begründe die Umstellung damit, dass Toblerone zu 97 Prozent in den Export gehe.

Da das Thema stark politisch aufgeladen sei und auf Firmen, die mit dem Prädikat „halal“ werben, in sozialen Medien mit Boykottaufrufen reagiert werde, habe Mondelez darauf verzichtet, die neuen Standards öffentlich zu präsentieren oder auf der Verpackung darauf hinzuweisen.

„Sie haben Angst, Schweizer Konsumenten zu vergraulen“, erklärt Mounir Khouzami vom Wirtschaftsförderverein Swiss Arab Network die Entscheidung.

Mondelez ist einer der weltgrößten Hersteller von Lebensmitteln. Eine der bekanntesten Marken in Deutschland ist etwa Milka.

Hier geht es zum Artikel von „SonntagsBlick“. (mbr/dpa)