Süßwaren

Gummibär-Engpass vor Weihnachten? Haribo kämpft mit Software

Im Oktober hat Haribo seine interne IT umgestellt – mit gravierenden Problemen. Diese halten offensichtlich auch jetzt immer noch an.

Das wohl bekannteste Produkt von Haribo sind die Goldbären.

Das wohl bekannteste Produkt von Haribo sind die Goldbären.

Foto: imago/Manfred Segerer

Grafschaft.  Für Süßwarenhersteller wie Haribo ist das Weihnachts- und Nikolausgeschäft eines der wohl wichtigsten im ganzen Jahr. Doch der Hersteller, der mittlerweile seinen Sitz in Rheinland-Pfalz hat, kämpft ausgerechnet jetzt mit Lieferschwierigkeiten.

Die Probleme beim Gummibären-Produzenten hatten im Oktober mit der Einführung eines neuen Softwaresystems begonnen. Das habe zu größeren Lieferschwierigkeiten als erwartet geführt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Unternehmenskreisen.

Von den Lieferengpässen seien so gut wie alle Produkte betroffen. Nach und nach verbessere sich die Situation aber wieder. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ über die Schwierigkeiten berichtet.

Deutsche kauften in diesem Jahr weniger Haribo-Produkte

Die Software-Umstellung sei dennoch „alternativlos“ gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher. Das Warenwirtschaftssystem galt als veraltet. Die „Lebensmittel Zeitung“ berichtete, dass bereits Verantwortliche von Supermärkten über ausbleibende Lieferungen geklagt hätten.

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Die Produktionsprobleme fallen in eine Zeit, in der Haribo in Deutschland ohnehin zu kämpfen hat. Denn Verbraucher griffen in diesem Jahr seltener zu Haribo-Produkten, wie im Unternehmen zu erfahren war. Das Unternehmen sah sich schon im vergangenen Jahr Berichten gegenüber, die von skandalösen Arbeitsbedingungen sprachen. Dabei ging es vor allem um Zulieferbetriebe und Rohstoffe, die unter fragwürdigen Bedingungen verarbeitet und gewonnen werden.

Abhilfe sollen unter anderem drei neue TV-Spots schaffen. Bei Haribo hieß es selbstkritisch: „In Deutschland haben Nischenprodukte einen zu hohen Stellenwert bekommen.“ Künftig werde sich das Unternehmen wieder stärker auf seine Kernsortimente und die Topprodukte konzentrieren.

Besser als in Deutschland laufen die Geschäfte derzeit im Ausland. „Die Haribo-Gruppe wächst international überdurchschnittlich gut und gewinnt weiter Marktanteile“, betonte ein Firmensprecher. Seit Mitte dieses Jahres sei Haribo die Nummer eins im US-Markt und habe dort zuletzt „noch mehr Goldbären verkauft als in Deutschland“. (dpa/ac)