Insolvenz

Hoffnung für das Kettcar: Investor will Kettler übernehmen

Steht das Kettcar doch nicht vor dem Aus? Ein Investor will die Firma Kettler übernehmen. Noch müssen die Gremien dem Kauf zustimmen.

Kettcar ist das wohl bekannteste Produkt von Kettler.

Kettcar ist das wohl bekannteste Produkt von Kettler.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Ense-Parsit.  Vielleicht ist des doch noch nicht zu spät für Kettler – und damit auch für das Kettcar. Lafayette Mittelstand Capital, ein auf mittelständische Unternehmen spezialisierter Finanzinvestor, will das Unternehmen übernehmen. Die etwa 500 Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden. Das teilten Sprecher von Kettler und dem Finanzinvestor mit.

Demnach wurde der Kaufvertrag über die Vermögenswerte der Firma sowie die Marken und Lizenzrechte am Donnerstag unterzeichnet. Wie viel Geld Lafayette Mittelstand Capital für Kettler zahlte, bleibt ein Geheimnis.

Der Kaufvertrag steht noch unter Gremienvorbehalt und weiteren Bedingungen. Diese müssen noch in diesem Jahr erfüllt werden, damit der Kaufvertrag rechtswirksam werden kann.

Kettcar – für viele Teil der Kindheit

Das Kettcar ist wohl das bekannteste Produkt des Freizeitgeräteherstellers. Mehr als 15 Millionen Tretautos wurden seit der Erfindung durch Heinz Kettler im Jahr 1961 verkauft.

Kettler hatte im Juli einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. Ziel war eine Neuausrichtung mithilfe eines Luxemburger Investors. Der Investor steig allerdings aus,, als die Stiftung nicht bereit war, seine Forderungen zu erfüllen. Damals hatten viele schon über den Abschied vom Kettcar spekuliert.

Nun sollen rund 200 der derzeit noch 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommenden Wochen in eine Transfergesellschaft wechseln, in der sie weiter beschäftigt und qualifiziert werden. Ziel sei es nun bei Kettler, „die Kurve von der Traditions- zur Trendmarke“ zu kriegen, sagte ein Lafayette-Sprecher.

Das Unternehmen war 1949 von Heinz Kettler gegründet worden. Nach großen Erfolgen in den ersten Jahrzehnten geriet es aber in den vergangenen Jahren immer mehr in Schieflage. (dpa/sdo)