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Staatsanwaltschaft bereitet Klagen gegen Audi-Manager vor

Der langjährige Audi-Chef Rupert Stadler und drei weitere Audi-Manager dürften laut einem Bericht bis zum Frühjahr angeklagt werden.

Rupert Stadler, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Audi AG.

Rupert Stadler, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Audi AG.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Berlin.  Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München II in der Dieselaffäre bei Audi sind offenbar weit vorangeschritten. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wollen die Strafverfolger spätestens bis zum Frühsommer 2019 Anklage gegen den langjährigen Audi-Chef Rupert Stadler, den früheren Motorenchef Wolfgang Hatz, den Dieselspezialisten Giovanni Pamio und den Ingenieur Henning L. erheben.

Die vier Männer aus verschiedenen Hierarchieebenen der VW-Tochter aus Ingolstadt werden damit voraussichtlich die ersten sein, die sich wegen der Manipulation von Abgaswerten vor Gericht verantworten müssen. Erst danach soll es weitere Verfahren geben, insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen 20 Beschuldigte bei Audi.

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Anwälte bestreiten Vorwürfe

Stadler, Hatz und Pamio saßen jeweils mehrere Monate in Untersuchungshaft. Die Staatsanwälte werfen Stadler vor, lange nach dem Auffliegen der Dieselaffäre bei der Konzern-Mutter Volkswagen im Herbst 2015 Zulassungsbescheinigungen für nicht zulassungsfähige Autos unterschrieben zu haben. Außerdem soll er versucht haben, Zeugen oder Beschuldigte zu beeinflussen.

Stadler hat die Vorwürfe bis zu seiner Festnahme stets bestritten, gegenüber dem „Spiegel“ wollten er und sein Anwalt sich dazu ebensowenig äußern wie Pamio und der Ingenieur L. mit ihren Verteidigern. Bei ihnen geht es um Betrug oder um Beihilfe dazu. Hatz’ Anwälte Peter Gauweiler und Gerson Trüg erklärten, ihr Mandant bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe mit Nachdruck, es sei grotesk, dass er Kunden und Behörden betrogen haben soll. (fmg)