Tierschutzskandal

Ikea verbannt Hot Dogs eines Lieferanten aus den Filialen

Ikea wurde offenbar von einem Betrieb beliefert, in dem Tiere gequält wurden. Deswegen werden nun Hot Dogs des Lieferanten entfernt.

Ikea ist neben seiner Möbel auch für seine Hot Dogs bekannt.

Ikea ist neben seiner Möbel auch für seine Hot Dogs bekannt.

Foto: Waldmüller / imago/Waldmüller

Berlin.  Ikea ist in erster Linie für Möbel bekannt. Aber für viele Kunden gehört ein Hot Dog vor oder nach dem Einkauf fest zum Programm. Nun nimmt das schwedische Unternehmen die Würstchen eine bestimmten Lieferanten aber aus dem Sortiment. Der Grund: ein Tierschutz-Skandal.

Mitte November war ein Schlachthof in Oldenburg geschlossen worden, nachdem Tierschützer dort unhaltbare Zustände im Umgang mit Rindern festgestellt hatten. Das MDR-Magazin „Fakt“ recherchierte daraufhin, wer von dem Betrieb letztlich beliefert wurde – und stieß dabei auch auf den Namen Ikea.

Hot Dogs werden entfernt

Das Fleisch landete über den Lieferanten „Goldschmaus GmbH“ möglicherweise auch bei dem Möbelriesen. „ Rindfleisch ist in geringen Teilen in den Hot Dog Würstchen enthalten“, sagte eine Konzernsprecherin unserer Redaktion.

Da Ikea nicht ausschließen könne, dass Goldschmaus-Rindfleisch von dem Schlachthof in Oldenburg bezogen hat, berichtet „Fakt“, nehme der Möbelkonzern alle Produkte dieser Firma aus den Einrichtungshäusern.

Auch McDonalds sei bis Ende 2017 beliefert worden, hatte dann die Zusammenarbeit jedoch beendet – laut des MDR-Magazins, weil der Hof nicht im gewünschten Maße Kontrollen zugelassen hatte.

Goldschmaus ist jedoch laut einer Ikea-Sprecherin nicht der einzigen Lieferant für Hot Dogs. Keiner der anderen Lieferanten beziehe jedoch derzeit Fleisch aus dem Oldenburger Schlachthof: „Wir können in allen Einrichtungshäusern Hot Dogs anbieten, wir haben nur die fraglichen Produkte aus den Häusern genommen.“

Videoaufnahmen hatten zur Schließung geführt

Anfang November hatten Tierschützer aufgrund heimlich gemachter Videoaufnahmen dem Betrieb in Oldenburg vorgeworfen, Tiere zu quälen. So seien Rinder mit Elektroschocks malträtiert worden, zudem habe man sie ohne ausreichende Betäubung ausbluten lassen.

Ikea: Das bedeuten die seltsamen Möbelnamen
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Drei Mitarbeiter des städtischen Veterinäramtes hatten die Vorfälle offenbar nicht nur geduldet – sie hätten sich, den Aufnahmen zufolge, daran beteiligt, so der Tierschutzverein.

Diana Plange vom Verein „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft“ erklärte dem MDR-Magazin dazu: „Der Veterinär ist derjenige, der an Ort und Stelle dafür sorgen soll, dass es tierschutzgerecht zugeht. Wenn er sich selber an dem Gemetzel beteiligt, muss man sagen, ist das im Bereich einer Straftat, wenn er seiner Garantenpflicht nicht nachkommt.“

Schlachthof in Oldenburg zeigt sich schockiert

Das Deutsche Tierschutzbüro und das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium haben Strafanzeige gegen das Unternehmen erstattet, berichtet der NDR.

Der Betrieb äußerte sich am 6. November zu den Vorwürfen: „Die dem Unternehmen am 05.11.2018 bekannt gewordenen Videoaufnahmen des Deutschen Tierschutzbüros sind schockierend und entsprechen in keiner Weise dem Standard der GK Oldenburg.“ Man bezweifele die Authentizität nicht.

Kontrollsystem soll hinterfragt werden

Der Schlachthof reagierte – und entließ Mitarbeiter. Man wolle das Kontrollsystem hinterfragen. „In den Videoaufnahmen haben wir festgestellt, dass die Verstöße von per Werkvertrag eingesetzten Beschäftigten begangen wurden. Diese werden bei uns nicht mehr eingesetzt.“ Auch prüfe man bereits Alternativen, um die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmer schnellstmöglich zu beenden.

Derzeit lässt der Betrieb die Geschäfte ruhen, wie der NDR Mitte November berichtete. Nach eigenen Angaben wurden dort pro Jahr insgesamt etwa 90.000 Rinder geschlachtet. (ses/sdo/W.B.)