Nahrungsmittel

Wegen schlechter Kartoffelernte – Chips werden teurer

Der heiße Sommer hat Folgen: Wegen der schlechten Kartoffelernte steigen die Preise für Chips. Auch andere Lebensmittel werden teurer.

Verbraucher werden mehr für ihre geliebten Kartoffelchips zahlen müssen.

Verbraucher werden mehr für ihre geliebten Kartoffelchips zahlen müssen.

Foto: imago stock&people / imago/STPP

Berlin.  Viel Sonne, kein Regen – für viele Deutsche war der Sommer 2018 großartig. Deutschlands Bauern allerdings sehen das anders: Hitze und Dürre haben vor allem Kartoffeln und Gemüse zugesetzt.

Und jetzt merkt auch der Verbraucher die Folgen des Supersommers. Weil die Ernte von Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und auch Kohl schlecht ausgefallen ist, steigen die Preise. Allein Kartoffeln kosten über die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Teurer werden auch Pommes und Chips.

Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) spricht von einem historischen Tiefstand bei der Kartoffelernte. Die Erträge lägen 25 bis 30 Prozent unter denen von 2017.

Nachfrage nach Kartoffeln ist hoch

Und auch wenn die Deutschen immer weniger Knollen essen, sind sie eines der Hauptnahrungsmittel. Die Nachfrage ist entsprechend hoch, was die Preise treibt. Im Supermarkt kosten Kartoffeln in Kleinverpackungen derzeit im Schnitt rund 84 Cent pro Kilogramm, vor einem Jahr waren es 55 Cent, wie der Agrarmarkt-Informationsdienst (AMI) in Bonn ermittelt hat.

In den Verkauf gelangen auch Kartoffeln, die dunkle Flecken oder Schorfpusteln aufweisen – optische Fehler, die keinen Einfluss auf den Geschmack haben. In guten Erntejahren werden solche Kartoffeln aussortiert.

Auch Folgeprodukte werden teurer. Intersnack (funny-frisch, Chio), Marktführer bei Kartoffelchips, rechnet mit steigenden Preisen. „Durch den zu heißen und zu trockenen Sommer ist die Ernte geringer ausfallen, und es erfüllen darüber hinaus weniger Kartoffeln als sonst üblich unsere hohen Qualitätsansprüche, sodass wir gezwungen sind, zahlreiche Kartoffeln auszusortieren“, heißt beim Unternehmen aus Köln.

Von den Vertragsbauern fehlten bis zu 40 Prozent Kartoffeln, die teuer zugekauft werden müssten. Das führe „letztlich – trotz aller Anstrengungen zur Kosteneinsparung – zu höheren Abgabepreisen“. Ähnlich dürfte es bei Pommes und Kartoffelpüree kommen.

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Dürre hat Folgen für nächstes Jahr

Der Zukauf hat allerdings Grenzen. Gesetzliche Vorschriften etwa verbieten den Transport über weite Strecken, wie BOGK-Geschäftsführer Horst-Peter Karos sagt. In großem Stil Kartoffeln aus China, dem größten Anbauland der Knollen, zuzukaufen, geht also nicht. Und Hitze und Trockenheit haben auch die Kartoffelbauern in Deutschlands Nachbarländern belastet. Die Dürre dieses Jahres hat offenbar auch Folgen für nächstes Jahr. Denn auch der Anbau für Pflanzgut habe gelitten, sagt Karos. Es gebe schlicht nicht genug.

Ähnlich wie bei der Kartoffel ist die Lage beim klassischen Wintergemüse, dem Kopfkohl. Auch hier habe die Witterung im Sommer belastet, die Ernte falle deutlich schlechter aus als im vergangenen Jahr, sagt AMI-Marktanalyst Thomas Els. „Da waren wir gut versorgt.“

Die schwache Ernte trifft auf steigende Nachfrage – die Preise gehen in die Höhe. Allein Weißkohl kostete in den ersten beiden Oktoberwochen 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auch für Möhren und Zwiebeln müssen die Verbraucher deutlich mehr zahlen. Nach den Daten des AMI für die erste Oktoberhälfte verteuerten sich Möhren um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, Zwiebeln gar um 38 Prozent. Els geht davon aus, dass die Produkte auch nicht günstiger werden. Tendenziell müssen sich die Verbraucher bis zur nächsten Erntesaison eher auf steigende Preise einstellen.