Flugverkehr

Sitzplatz, Gepäck – Immer mehr Extra-Gebühren bei Flügen

Airlines machen einer Studie zufolge immer mehr Umsatz durch Zusatzleistungen. Einnahmen aus Sitzplatzreservierungen werden wichtiger.

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Dublin/Frankfurt.  Fluggesellschaften werden immer findiger bei der Suche nach neuen Einnahmequellen. Das belegt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft Ideaworks. Ohne die Ticketerlöse eingerechnet, erwirtschafteten die 73 untersuchten Fluggesellschaften im vergangenen Jahr einen zusätzlichen Umsatz von 47,2 Milliarden Dollar (40,4 Milliarden Euro). Das sind zehn Prozent ihrer Gesamterlöse.

Neben den Branchenriesen aus den USA gehören auch europäische Fluggesellschaften wie Ryanair, Air France/KLM, Lufthansa und Easyjet zu den weltweiten Top 10 in Sachen Zusatzeinnahmen. Vor allem beim Aufgabegepäck schlugen die Gesellschaften zu.

Das gilt auch für den größten europäischen Billigflieger Ryanair. Vom 1. November an darf man bei den Iren aufpreisfrei nur noch eine kleine Tasche mit an Bord nehmen. Vorher war auch noch ein Rollkoffer frei, der den Standard-Passagieren am Gate abgenommen wurde. Der Rollkoffer kostet jetzt 8 Euro Aufgabegebühr oder man bucht für 2 Euro weniger „Priority Boarding“ und darf wie zuvor zwei Gepäckstücke mit in die Kabine bringen.

Lufthansa mit weitaus weniger Zusatzeinnahmen als Ryanair oder Easy Jet

Ryanair hatte im vergangenen Jahr sinkende Gepäckgebühren verzeichnet, gleichzeitig aber die Einnahmen aus der Sitzplatzreservierung sowie der Vermittlung von Mietwagen und Zimmern gesteigert. Auch ohne eigenes Vielfliegerprogramm habe die Gesellschaft ihre Nebeneinnahmen um 13 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro gesteigert, berichtet die Studie im Auftrag des Mobilitätsdienstleisters CarTrawler. Das waren 28,2 Prozent der Gesamterlöse.

Konkurrent Easyjet macht 19,5 Prozent des Umsatzes mit Nebeneinnahmen, während die Lufthansa-Gruppe nur auf knapp sechs Prozent kommt.

Ryanair: Erwarten durch Gepäck keine Mehreinnahmen

Ryanair erwartet nach eigenen Angaben durch die neuen Gepäckgebühren angeblich keine Mehreinnahmen. „Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen, dass viele Leute jetzt statt der Koffer für 25 Euro diejenigen für 8 oder 10 Euro buchen“, sagte Marketing-Chef Kwenny Jacobs am Dienstag auf dem Kongress der Touristik-Fachzeitschrift „fvw“ in Köln.

Grund für die neuen Gebühren sei nicht, mehr Geld einzunehmen, sondern Verspätungen zu vermeiden, sagte Jacobs. Dass die Kabinentrolleys jetzt vermehrt am Check-in-Schalter und nicht mehr wie zuvor am Gate abgegeben würden, mache die Flüge der irischen Airline pünktlicher. Zuvor habe die Flut kleiner Rollkoffer am Gate die Fluggesellschaft zwölf Minuten oder mehr pro Flug gekostet. (fkm/dpa)

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