Berlin

Apple zeigt drei neue iPhones

Preis für reguläre Modelle liegt erneut deutlich über 1000 Euro. Neue Smartwatch kann erstmals EKG aufzeichnen

Berlin. „Gather round“, frei übersetzt etwa „Versammelt euch“, mehr hatte nicht auf der Einladung gestanden, mit der Apple vor knapp zwei Wochen ausgewählte Prominenz und Journalisten aus der ganzen Welt für den gestrigen Mittwoch in sein Hauptquartier geladen hatte. Doch es wusste ohnehin jeder, worum es gehen würde: das wichtigste Produkt des Konzerns, das für mehr als die Hälfte des Umsatzes steht und seit mehr als zehn Jahren für den Nimbus der Marke. Obwohl Apple wie üblich alle Informationen zum neuen iPhone streng geheim hielt, wurden im Vorfeld doch schon etliche Details zu den Smartphones bekannt.

So wird es echte Fans kaum überraschen, dass Unternehmenschef Tim Cook gestern gleich drei neue Modelle vorstellte: das iPhone XS (mit 5,8-Zoll-OLED-Display, ab 1150 Euro), das größere iPhone XS Max (mit 6,5-Zoll-OLED-Display, ab 1250 Euro) und ein im Vergleich günstigeres Gerät, das iPhone XR (mit 6,1 Zoll-LCD-Display, ab 849 Euro).

Damit liegt selbst das Einstiegs-Gerät auf einem Preisniveau, das andere Hersteller für ihre teuersten Smartphones reservieren, ein reguläres iPhone kostet künftig sogar über 1000 Euro. Diese Marke hatte das Unternehmen aus Cupertino im vergangenen Jahr nur mit seinem Jubiläums-Modell iPhone X überschritten.

Wer glaubt, man habe die Preisschraube damit zu weit gedreht, irrt: Seit Einführung des iPhone X vermeldete Apple nur Umsatzrekorde.

In den zurückliegenden drei Quartalen erwirtschaftete der Konzern einen Netto-Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar – das ist deutlich mehr, als etwa BMW, Mercedes Benz und VW im gesamten Jahr 2017 zusammengenommen an Gewinn verbuchen konnten. Da dürfte für Apple-CEO Tim Cook verschmerzbar sein, dass der chinesische Konkurrent Huawei vor wenigen Wochen erstmals mehr verkaufte Smartphones ausweisen konnte als Apple und das Unternehmen aus Cupertino damit vom zweiten Platz stieß.

Wer sich ab dem 21. September für eines der beiden XS-Modelle entscheidet, wird – abgesehen von der neuen Farbvariante „Gold“ – optisch keine nennenswerten Unterschiede zum Vorgängermodell iPhone X erkennen. Das Einstiegsmodell iPhone XR (es ist erst ab dem 26. Oktober erhältlich) ist auf den ersten Blick zumindest durch die größere verfügbare Farbpalette von den teureren iPhones zu unterscheiden. Zudem ist auf der Rückseite nur eine 12-Megapixel-Kamera verbaut und der Gehäuserahmen aus Aluminium statt aus Edelstahl gefertigt.

Im Innern steckt bei allen drei Modellen Apples neuer Prozessor A12 Bionic. Schon der Vorgänger A11 war erheblich leistungsfähiger als die Konkurrenzmodelle in Android-Telefonen, der neue A12-Chip soll noch um etwa 15 Prozent zugelegt haben. Im Bereich „Maschinelles Lernen“ sei die Leistung sogar vervielfacht worden.

Die Kameraausstattung der Geräte wurde dezent überholt: Die zwei 12-Megapixel-Sensoren der Doppelkamera des iPhone XS (im iPhone XR steckt nur eine Kamera) wurden leicht verbessert. Mit Hilfe des neuen Prozessors soll allerdings softwareseitig eine erhebliche Verbesserung der Bildqualität zu erwarten sein. Apple nennt dies „Smart HDR“. Auch Videoaufnahmen gelängen noch deutlich besser. Die Funktion klingt sehr vielversprechend, muss aber ausprobiert werden.

Darüber hinaus erhält Apples Armbanduhr ihr bisher größtes Modell-Update: Bei der Apple Watch Series 4 (ab 429 Euro) wächst das Display um über 30 Prozent, das Uhr-Gehäuse selbst verbreitert sich dabei aber nur um zwei Millimeter. Außerdem kann Series 4 als erste Smartwatch überhaupt EKGs aufzeichnen und gegebenenfalls auf Herzprobleme hinweisen.