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Alibaba-Mitbegründer Jack Ma kündigt seinen Rückzug an

Der Mitbegründer der chinesischen Plattform Alibaba, Jack Ma, gibt seinen Vorstandsposten auf. Ein Nachfolger ist bereits benannt.

Alibaba-Mitbegründer Jack Ma kündigt in einem Brief seinen Rückzug für nächstes Jahr.

Alibaba-Mitbegründer Jack Ma kündigt in einem Brief seinen Rückzug für nächstes Jahr.

Foto: Denis Balibouse / REUTERS

Peking.  Jack Ma, der Mitbegründer der Handelsplattform Alibaba, hat seinen Rücktritt als Vorstandschef für nächstes Jahr angekündigt. Das gab der Milliardär in einem Brief am Montag bekannt. Als Nachfolger des 54-Jährigen soll Daniel Zhang (46) in den Vorstand aufrücken. Als CEO verantwortet er seit gut fünf Jahren das Tagesgeschäft des Online-Giganten.

Bereits am Wochenende hatte es Berichte gegeben, dass Ma sich aus dem Vorstand zurückziehen wolle. Lediglich der Zeitpunkt, zu dem Ma seinen Posten aufgibt, war bislang unbekannt. Jetzt steht ein Zeitplan fest: Um einen „reibungslosen und erfolgreichen“ Übergang zu gewährleisten, werde Ma noch bis September 2019 als Vorstandsvorsitzender fungieren, schrieb der 54-Jährige.

Vom Englischlehrer zu einem der reichsten Männer Chinas

Seinen Posten als Direktor im Aufsichtsrat wolle Ma demnach noch bis zum Aktionärstreffen 2020 behalten: „Lehrer wollen immer, dass ihre Schüler sie übertreffen. Das Verantwortungsvollste für mich und das Unternehmen ist es, dass jüngere, talentiertere Leute die Führung übernehmen.“

Dass es der 54-Jährige mal zu einem der einflussreichsten und reichsten Männer Chinas bringen werde, war lange nicht abzusehen. In seiner Karriere scheiterte Ma mit einer Bewerbung als Verkäufer bei der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken und brauchte mehrere Anläufe für die Uni-Aufnahmeprüfung, bis es endlich mit dem Englisch-Studium in seiner Heimatstadt Hangzhou klappte. Erst 1995, als ihn ein Job als Übersetzer erstmals in die USA führte, kam er mit dem Internet in Kontakt.

Handelsplattform Alibaba hat 576 Millionen aktive Nutzer

Bereits ein halbes Jahr später ging seine erste Webseite online. Bis zu seinem Durchbruch dauerte es allerdings noch bis 1999. Ausgestattet mit 60.000 Dollar von Freunden gründete Jack Ma 1999 die Handelsplattform Alibaba in seinem Wohnzimmer.

Inzwischen sind rund 576 Millionen aktive Nutzer auf der Plattform angemeldet – allein im vergangenen Quartal kamen 24 Millionen dazu. Zuletzt stieg der Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 61 Prozent auf 80,9 Milliarden Yuan (rund 10,2 Milliarden Euro).

Spekulationen um Einfluss aus Chinas Regierung

Mas Vermögen wird auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34,3 Milliarden Euro) geschätzt. Er ist damit einer der reichsten Männer Chinas. Zudem hält er gut sechs Prozent an Alibaba. Die Handelsplattform hat einen Börsenwert von rund 420 Milliarden Dollar.

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Seit Ma 2013 die operative Führung bei Alibaba abgegeben hatte, war er bereits als eine Art politischer Botschafter für das Unternehmen unterwegs. Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos traf er im vergangenen Jahr den zum US-Präsidenten gewählten Donald Trump - vor dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Einige Beobachter spekulieren, dass beim Abgang von Ma bei Alibaba auch Zorn aus Peking eine Rolle gespielt haben könnte.

Ma will sich wohltätigen Aufgaben widmen

In seinem Brief deutet der 54-Jährige an, dass er sich nach seinem Rücktritt vor allem wohltätigen Aufgaben widmen wolle. Er könnte damit in die Fußstapfen von Microsoft-Gründer Bill Gates treten, der nach seinem Rückzug beim Windows-Konzern einen großen Teil seines Milliardenvermögens für den Kampf gegen Krankheiten ausgibt.

Bildung, Umweltschutz und Philanthropie seien Dinge, die in Zukunft wahrscheinlich beschäftigen werden, schrieb Ma: „Die Welt ist groß und ich bin noch jung, also möchte ich neue Dinge ausprobieren.“

Nachfolger Zhang seit 2007 bei Alibaba tätig

Nachfolger Daniel Zhang kam 2007 zu Alibaba. Er war zunächst als Finanzchef des Online-Marktplatzes Taobao tätig. Ma bescheinigte ihm einen „unübertroffenen analytischen Verstand“ und den Mut, kreative Geschäftsmodelle auszuprobieren. (dpa/sige)