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Warum es bei Aldi Süd und Lidl kaum noch Holzkohle gibt

Holzkohle aus Tropenwäldern? Wegen nicht eingehaltener Umweltstandards müssen Discounter ihre Grillkohle aus dem Sortiment nehmen.

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Berlin.  Noch ist der Sommer nicht vorbei – und damit auch nicht die Grillsaison. Nur: In einigen Discountern wird die Grillkohle knapp. Aldi Süd und Lidl mussten ihre Holzkohle aus dem Sortiment nehmen. Das bestätigten beide Discounter dem „Spiegel“. Der Grund: Dem Hersteller Dancoal wurde die Zulassung entzogen.

Laut „Spiegel“ bestand die Kohle laut der Zertifizierungs-Organisation Forest Stewardship Council (FSC) zu einem nicht geringen Anteil aus Tropenholz und Holz aus geschützten osteuropäischen Urwäldern. Das FSC untersagte dem Hersteller aus Polen deshalb die Verwendung des wichtigen Holzsiegels.

Ohne das Siegel wollten Aldi Süd und Lidl die Kohle aber nicht verkaufen. Weil ohne das Siegel der Verkauf nicht möglich ist, wurde die Kohle aus dem Sortiment genommen. „Wir gehen davon aus, dass in vielen unserer Filialen nun keine oder nur noch geringe Mengen an Holzkohlebriketts verfügbar sind“, zitiert das Nachrichtenmagazin eine Sprecherin von Aldi Süd.

Geschützte Holzarten in Grillkohle nachgewiesen

Laut „Spiegel“ haben rund die Hälfte der Regionalgesellschaften von Aldi Süd ihre Kohle ausnahmslos bei Dancoal eingekauft, der Rest setze auch auf andere Lieferanten.

Die polnische Firma Dancoal war bereits in der Vergangenheit mit ihrer Kohle in Verruf geraten. Auch der NDR und der „World Wide Fund for Nature“ (WWF) hatten bereits zur Herkunft des Kohleholzes recherchiert und Alarm geschlagen. Nun hat sich der Verdacht bestätigt. (aba/ba)