Berlin

Wenig Zuwachs bei den Abos: Aktie von Netflix bricht ein

Berlin.  Zuletzt kannte die Aktie des Streamingdienstes Netflix, der sich mit Serien wie „House of Cards“, „Narcos“ und „The Crown“ einen Namen machte, nur eine Richtung: steil aufwärts. Das hat sich geändert. Weil die aktuellen Quartalszahlen der Plattform schwächer ausfielen als vermutet, brach der Kurs ihres Wertpapiers im nachbörslichen US-Handel in der Nacht zum Dienstag um mehr als 14 Prozent ein. Analysten, aber auch Netflix selbst, hatten mit knapp 6,2 Millionen neuen Abonnenten gerechnet. Tatsächlich konnte der Streamingdienst im zweiten Quartal nur gut 5,1 Millionen Neukunden begrüßen.

Folglich blieben auch der Umsatz, der bei 3,91 Milliarden Dollar lag, und der Nettogewinn in Höhe von 384,3 Millionen Dollar hinter den Erwartungen zurück. Allerdings waren diese Erwartungen auch sehr hoch: Immerhin legten die Erlöse um 40 Prozent zu. Der Gewinn versechsfachte sich sogar.

Gründe, weshalb das Neukunden­geschäft nicht so lief wie prognostiziert, lassen sich kaum ausmachen. Zwar hat Netflix mit Amazon, Hulu und HBO namhafte Wettbewerber. Und mit Apple und insbesondere mit Disney stehen ernst zu nehmende Konkurrenten in den Startlöchern. Doch neu ist das alles nicht. Womöglich macht die Firma aus dem kalifornischen Los Gatos gerade die Erfahrung, dass Rekordwachstum nicht die Regel ist. Manche Analysten glauben auch, dass die Korrektur des Aktienkurses so oder so unausweichlich war.