Supermarktkette

Verdi ruft Real-Beschäftige bundesweit zu Streiks auf

Bei der Supermarktkette Real soll gestreikt werden. Grund sind Verträge, nach denen neue Mitarbeiter 23 Prozent weniger Geld bekommen.

Real hat sich aus dem Verdi-Tarifvertrag verabschiedet. Das will die Gewerkschaft nicht hinnehmen.

Real hat sich aus dem Verdi-Tarifvertrag verabschiedet. Das will die Gewerkschaft nicht hinnehmen.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Berlin.  Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette Real für Freitag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. „Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin.

Hintergrund des Streikaufrufs ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist.

Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: „Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten.“

Metro-Chef: Real zahlt mehr als viele Wettbewerber

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben.

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Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen. Das Unternehmen bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

Verdi: Real wälzt Probleme auf Angestellte ab

Verdi sieht dagegen in dem Schritt des Konzerns den Versuch, Unternehmensprobleme auf Kosten der Beschäftigten zu lösen. „Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen“, sagte Nutzenberger. (dpa)