Brüssel

EU: Strafzölle schaden vor allem den USA

Brüssel. Die EU warnt für den Fall von US-Sonderzöllen auf Autos vor weltweiten Vergeltungsmaßnahmen, die US-Exporte im Wert von rund 250 Milliarden Euro treffen könnten. Dies geht aus der Stellungnahme der EU-Kommission zu möglichen US-Autozöllen hervor.

US-Präsident Donald Trump hat wiederholt bemängelt, es führen zu viele Importautos, vor allem deutsche, auf US-Straßen. Zuletzt äußerte er sich dazu am Wochenende, nannte die EU so schlimm wie China. Trump ordnete bereits Strafzölle auf Stahl und Aluminium an, die EU reagierte mit Gegenzöllen.

Erwogen werden Strafzölle von 25 Prozent auf Autos und Teile aus der EU. Allein diese Zölle würden die US-Wirtschaft und die US-Verbraucher direkt treffen und eine Million Stellen in der Industrie sowie 3,3 Millionen weitere Jobs im Handel gefährden, heißt es in der EU-Stellungnahme. Die US-Wirtschaftsleistung würde allein wegen der Strafzölle um 13 bis 14 Milliarden Dollar (elf bis zwölf Milliarden Euro) schrumpfen. Auf die US-Handelsbilanz wirkten die Strafzölle hingegen nicht positiv.

Hinzu kämen negative Folgen durch die Vergeltungsmaßnahmen. Denn die Mitglieder der Welthandelsorganisation WTO „werden sich wahrscheinlich berechtigt sehen, angemessene Gegenmaßnahmen gegen Importe aus den USA einzuleiten“. Diese beträfen ein Handelsvolumen, das etwa sechsmal größer sei als das von Stahl und Aluminium. Die EU nennt 294 Milliarden Dollar.