Essen

Karstadt-Eigner greift erneut nach Kaufhof

Essen. Rene Benko versucht es offenbar erneut: Der Karstadt-Eigentümer plant, den Konkurrenten Galeria Kaufhof ganz oder zumindest mehrheitlich zu übernehmen. 2012 und 2015 war der österreichische Immobilien- und Handelsinvestor mit seinen Offerten bei der damaligen Kaufhof-Mutter Metro abgeblitzt. Die hatte ihre Warenhauskette lieber der kanadischen Hudson’s Bay Company (HBC) für 2,8 Milliarden Euro verkauft. Vergangenen Herbst bot Benko den Kanadiern über seinen Signa-Holding drei Milliarden Euro und blitzte ab. Jetzt soll Benko eine 51-prozentige Beteiligung am operativen Geschäft von Galeria Kaufhof anstreben und überdies an den Immobilien interessiert sein.

Kaufhof schrieb 2017 das zweite Jahr in Folge Verluste und verhandelt mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag. Dabei besteht Kaufhof-Chef Roland Neuwald auf Lohnverzicht, um den Wettbewerbsnachteil gegenüber Karstadt auszugleichen. Karstadt kommt aus einer harten Sanierungsphase, schreibt nach drei Jahren unter Stephan Fanderl wieder schwarze Zahlen und hat mit Verdi eine Rückkehr in den Einzelhandelstarif vereinbart.

Weder Signa noch Kaufhof wollten sich äußern. HBC erklärte, Marktgerüchte kommentiere man nicht. Insider bestätigten dieser Zeitung aber, dass es die zuvor strikte Ablehnung einer Zusammenarbeit mit Benko unter der neuen HBC-Chefin Helena Foulkes nicht mehr gebe.