Handelskrieg

Strafzölle – Diese US-Produkte könnten jetzt teurer werden

Ab diesen Freitag gelten in der EU Strafzölle auf bestimmte amerikanische Waren. Was bedeutet das für den Verbraucher? Hier die Fakten.

Strafzölle auf US-Importe

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Berlin.  Im Handelsstreit mit den USA schraubt die EU die Zölle auf amerikanische Produkte ab diesen Freitag nach oben. Dann nämlich treten die Vergeltungszölle der Europäer in Kraft. Wert insgesamt: rund 2,8 Milliarden Euro. Die Liste der betroffenen Waren umfasst insgesamt rund 300 Produkte.

Womit müssen die Verbraucher rechnen?

Strafzölle gelten auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Kidneybohnen, Mais , Reis aber auch Jeans und Motorräder. Für Verbraucher in Europa könnten die Zusatzzölle zu Preiserhöhungen führen. Neben amerikanischen Lebensmitteln, Kleidung und Motorrädern sind unter anderem auch Stahlerzeugnisse, Schiffe und Boote betroffen. Der geplante Zusatzzoll auf all diese Produkte soll 25 Prozent betragen.

Warum gibt es diese Strafzölle auf US-Produkte?

Mit den Strafzöllen reagiert die EU auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Bei Einfuhr in die USA werden darauf seit Anfang Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und zehn Prozent bei Aluminium fällig.

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Betrifft das nur die EU?

Neben den EU-Ländern fallen auch Mexiko sowie Kanada als größter Stahllieferant der USA unter die neuen Abgaben. Sie alle halten die Zölle für nicht vereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO.

Wie lange sollen die EU-Zölle gelten?

Die nun von der EU in Kraft gesetzten Zölle sollen so lange gelten, bis Washington seinerseits die Zusatzzölle wieder aufhebt. Gleichzeitig bereitet die EU-Kommission eine zweite Stufe von Strafzöllen gegen die USA vor. Diese könnten ab 2021 bei weiteren US-Produkten im Wert von 3,6 Milliarden Euro fällig werden. Damit nimmt Brüssel insgesamt US-Waren im Wert von 6,4 Milliarden Euro ins Visier - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt.

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Warum hat Donald Trump Strafzölle erhoben?

Präsident Trump will die heimische Wirtschaft gegen Konkurrenz aus dem Ausland abschotten. Dabei hat er nicht nur die EU und die amerikanischen Nachbarstaaten im Augen, sondern auch die Handels-Weltmacht China.

Erst gerade hat Trump Strafzölle von 25 Prozent auf 1102 Produkte aus China im Wert von 50 Milliarden US-Dollar (42,7 Milliarden Euro) verhängt. Am vergangenen Dienstag dann gab das Weiße Haus die Prüfung von weiteren Zöllen in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar (172,3 Milliarden Euro) in Auftrag. Setzt Trump seine jüngste Drohung um, würde er mit den Zöllen auf etwa die Hälfte der chinesischen Einfuhren in die USA zielen.

Wie die EU reagiert auch China. Die Regierung in Peking brachte bereits Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von ebenfalls 50 Milliarden Dollar auf den Weg – und kündigte weitere Vergeltung an, sollten die USA ihre Ankündigung weiterer Strafzölle umsetzen. (dpa/rtr/W.B.)