Brüssel

EU-Strafzölle auf US-Produkte treten am Freitag in Kraft

Brüssel. Im Handelsstreit mit den USA schraubt die EU die Zölle auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder ab Freitag nach oben. Dann werden die beschlossenen Vergeltungszölle in Kraft treten, teilte die EU-Kommission mit. Die Union reagiert damit auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Bei Einfuhr in die USA werden darauf seit Anfang Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und zehn Prozent bei Aluminium fällig. Auch Mexiko und Kanada fallen unter die Abgaben. Sie alle halten die Zölle für nicht vereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO.

Die EU-Zusatzzölle sollen nun in einem ersten Schritt auf jährliche Importe aus den USA im Gegenwert von 2,8 Milliarden Euro erhoben werden. „Wir wollten nicht in diese Lage kommen“, betonte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Wegen der einseitigen Entscheidung der USA bleibe der EU aber keine andere Wahl. Alle 28 EU-Staaten hatten den Plänen der Kommission zugestimmt. In einem zweiten Schritt könnte es den Planungen zufolge um Importe im Wert von weiteren 3,6 Milliarden Euro gehen.

Für Verbraucher in Europa könnten die Zusatzzölle auf US-Produkte zu Preiserhöhungen führen. Neben amerikanischen Lebensmitteln, Kleidung und Motorrädern werden unter anderem auch amerikanische Stahlerzeugnisse, Schiffe und Boote betroffen sein.