Berlin

Ein neuer Plan für Integration

Bundesregierung will zielgenauere Angebote für alle Gruppen von Zuwanderern

Berlin. Die Sprache lernen, Abschlüsse anerkennen lassen, Arbeit finden: Wer neu ankommt in Deutschland, hat einen langen und oft komplizierten Weg vor sich. An vielen Stellen versuchen Bundesministerien dabei zu helfen – doch sich zurechtzufinden im Angebotsdschungel ist nicht immer einfach. Welche Unterstützung wirklich zielführend ist und wo noch Lücken sind, will jetzt die Integrationsbeauftragte des Bundes, Annette Widmann-Mauz, herausfinden. Zum 10. Integrationsgipfel der Bundesregierung an diesem Mittwoch präsentiert die CDU-Politikerin einen Nationalen Aktionsplan Integration (NAP). Was die Bundesministerien an Angeboten bereitsstellen, soll mit dem Plan auf den Prüfstand kommen, weiterentwickelt, ergänzt und besser aufeinander abgestimmt werden.

Der Aktionsplan ist dabei untergliedert in fünf Phasen des Ankommens in Deutschland: Anfangen sollen die Bemühungen der Regierung um bessere und schnellere Integration von Zuwanderern schon in deren Heimatländern, mit Sprachkursen und Aufklärungsangeboten. Einmal in Deutschland, soll dann geholfen werden bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen, beim Zugang zum Arbeitsmarkt und der Einbindung in die engere Umgebung, zum Beispiel über Ehrenämter oder Sport. Das Konzept zielt auf Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft. Inbegriffen sind deshalb auch Antidiskriminierungsmaßnahmen, um mehr Raum für jene zu schaffen, die zwar schon länger hier sind, aber sich wegen ihrer Migrationsgeschichte immer noch Hürden gegenübersehen.

Widmann-Mauz hat bei ihrem Vorstoß ausdrücklich nicht nur Geflüchtete im Blick, sondern alle Gruppen von Zuwanderern, von Menschen die Deutschland schon länger ihr Zuhause nennen über Asylsuchende bis zu EU-Bürgern, die ins Land kommen.

„Wir müssen fördern, aber auch fordern, dass alle, die hier leben, ihre Potenziale voll einbringen“, erklärte Widmann-Mauz gegenüber dieser Redaktion, „durch Bildung, Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt.“ Es sei wichtig, früh anzusetzen. „Die Steuerung von Migration einerseits und die Integration der Menschen, die nach Deutschland kommen oder schon länger hier leben andererseits – beides muss Hand in Hand gehen“, so die Beauftragte.

Konkret soll die Detailarbeit in den Ministerien – unter Koordination von Widmann-Mauz – am Mittwoch beginnen. Ergebnisse sollen bei den kommenden Integrationsgipfeln vorgestellt werden. Wichtig: Das Konzept der Integrationsbeauftragten ist nicht zu verwechseln mit dem „Masterplan Asyl“, den Innenminister Horst Seehofer (CSU) ursprünglich am Dienstag präsentieren wollte.