Bonn

Paket-Boom kostet Deutsche Post eine Milliarde Gewinn

Bonn. Versäumnisse in der Vergangenheit und der kostspielige Boom im Paketgeschäft schmälern den Gewinn der Deutschen Post in diesem Jahr um eine Milliarde Euro. Der Bonner Konzern schraubte am Freitag völlig überraschend die Prognose für den operativen Gewinn (Ebit) um fast ein Viertel von 4,2 auf rund 3,2 Milliarden Euro herunter. „Wir sind in einigen Bereichen vielleicht zu schnell gewachsen“, gab Post-Chef Frank Appel zu.

Die Post hat unter anderem damit zu kämpfen, dass durch den Online-Handel zwar ihr Paket-Service floriert, die dafür notwendigen Zusteller und ihre Fahrten aber auch immer mehr kosten. Die Sparte soll nun umgebaut werden, was zunächst weitere Ausgaben verursacht. Die Post-Aktie ging in der Spitze um neun Prozent in die Knie.

Appel gab zu, dass die Post zu wenig in die Entwicklung des operativen Geschäfts investiert habe. Jetzt will er dafür pro Jahr zusätzlich 100 bis 150 Millionen Euro in die Hand nehmen und so jährlich Einsparungen in Höhe von 150 bis 250 Millionen Euro erzielen. Zu den Plänen gehört auch ein Vorruhestandsprogramm, das 2018 zunächst mit Aufwendungen von 500 Millionen Euro zu Buche schlägt, aber bis 2020 jährlich mindestens 200 Millionen Euro einsparen soll. Wie viele Mitarbeiter dafür infrage kommen, ließ Appel offen. Gleichzeitig steigen die Preise für Bücher- und Warensendungen, und auch bei den Briefen ist eine Erhöhung geplant.