Geldautomaten

Diese Banken fordern Mindestbeträge beim Geldabheben

Die ING DiBa führt einen Mindestbetrag beim Geldabheben am Automaten ein. Vor allem junge Kunden dürften sich nun umstellen müssen.

Mit diesen Tipps wird das Geldabheben am Automaten sicherer

Wer Bargeld braucht, muss schon längst nicht mehr zum Bankschalter, sondern geht ganz bequem zum Geldautomaten. Allerdings versuchen Kriminelle immer wieder, an relevante Daten zu kommen. Mit ein paar einfachen Mitteln können sich Verbraucher schützen.

Mit diesen Tipps wird das Geldabheben am Automaten sicherer

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Berlin.  Mal eben schnell 30 Euro für die Kneipe oder den Termin beim Friseur am Geldautomaten abheben? Was gerade bei jungen Leuten regelmäßig vorkommt, ist schon bald nicht mehr möglich. Zumindest bei einigen Banken.

Ab dem 1. Juli führt die ING DiBa einen Mindestabhebebetrag von 50 Euro ein. Zuvor hatten dies bereits die DKB und die Commerzbank-Tochter Comdirect getan.

Im Durchschnitt werden 189 Euro abgehoben

„Natürlich werden nicht alle Kunden begeistert sein, etwa weil sie sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie viel Geld sie am Automaten abholen“, sagt Christian Urban, Experte für Finanzen und Versicherungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unserer Redaktion.

Für einige könnte das eine Umstellung bedeuten. Zwar wurden im vergangenen Jahr laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank im Durchschnitt 189 Euro pro Besuch am Geldautomaten abgehoben, das gilt aber längst nicht für alle.

Junge Leute und Geringverdiener kriegen Probleme

Jeder achte Deutsche zieht weniger als 50 Euro. Bei den unter 30-Jährigen ist es sogar jeder Dritte. Das geht aus einer Forsa-Umfrage hervor. „Junge Leute und Geringverdiener heben häufig genau den Betrag ab, den sie für den Tag oder Abend brauchen“, so Urban. Die müssten sich das Geld dann anders einteilen, um der Gebühr entgehen. „Der Zwang zum Abheben höherer Beträge erschwert womöglich die Selbstdisziplinierung.“

Die Alternative? „Natürlich haben Kunden die Möglichkeit, in solchen Fällen die Bank zu wechseln“, sagt der Verbraucherschützer. „Wenn viele auf solche Änderungen reagieren, kommt Bewegung auf den Markt und die Banken merken, dass es so nicht geht.“

ING DiBA will Kosten minimieren

Dennoch versucht die ING DiBa jetzt diesen Weg zu gehen. „Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, weil wir für jede Abhebung Gebühren zahlen müssen“, erklärt Zsófia Köhler, Pressesprecherin der Bank. „Wenn häufig kleinere Beträge abgehoben werden, entstehen für uns also höhere Kosten.“

Auch andere große Banken haben in der jüngeren Vergangenheit Neuerungen für Kunden eingeführt, die nicht nur auf Jubel gestoßen sind.

Auch Sparkasse und Deutsche Bank haben Veränderungen vorgenommen

Bei einigen Sparkassen entstehen Kosten fürs Abheben. Je nach Filiale können Kunden zwei – bis fünfmal im Monat kostenlos Geld holen, danach müssen sie zwischen 19 Cent und einem Euro pro Abhebung zahlen.

Bei der Deutschen Bank kostet ein Aktivkonto bald einen Grundpreis von 5,90 Euro pro Monat zahlen. Bisher waren es 4,99 Euro.

Der Gang zum Schalter hilft in dieser Problematik übrigens auch nicht weiter. Zusätzliche Kosten sind hier ebenfalls fällig. Im Falle der Sparkassen ist die Zahl der Filialen, die Gebühren nehmen, sogar noch höher.

Alternative: Abhebe-Service in Supermärkten und Tankstellen

Eine relativ neue Möglichkeit sich den Gang zum Automaten zu sparen, ist der Abhebe-Service in Supermärkten und Tankstellen. Das geht unter anderem bei Rewe, Aldi oder Shell . „Geld kriegt man dort aber in der Regel nur, wenn man für mehr als 20 Euro einkauft. Das wird für junge Leute und Geringverdiener dann wieder schwierig“, so Peter Urban.

Kleiner Trost: Wer weniger als 50 Euro auf dem Konto hat, kann bei der ING DiBa auch kleinere Summen bekommen. Trotz Mindestabhebebetrag. „Anhand der Karte erkennt der Automat sofort, wie viel Geld noch da ist und zeigt dem Kunden die verfügbaren Beträge an“, sagt ING DiBa-Sprecherin Köhler. „Wer mehr Geld auf dem Konto hat, kriegt keine Beträge unter 50 Euro angezeigt.“