Börse

Aktie stürzt ab – Deutsche-Bank-Chef schreibt Brandbrief

Ausverkauf an der Börse, Herabstufung von einer Ratingagentur – die Deutsche Bank hat große Probleme. Experten zeigen sich skeptisch.

Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, reagierte auf das historische Tief der Aktie.

Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, reagierte auf das historische Tief der Aktie.

Foto: Thomas Lohnes / Getty Images

Frankfurt.  Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Bonitätsnote der Deutschen Bank gesenkt. Das Rating wurde auf „BBB+“ von „A-“ herabgestuft, wie S&P am Freitag mitteilte.

Damit liegt die Einstufung zwar weiterhin im Investmentbereich, doch die Bonitätsnote ist nun etwas schlechter als die vieler Konkurrenten. Dem Geldhaus drohen nun höhere Finanzierungskosten.

Aktie der Deutsche Bank rutscht weiter ab

Zuvor war die Aktie der Deutschen Bank am Donnerstag an der Frankfurter Börse eingebrochen. Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus rauschten 7,1 Prozent in den Keller und markierten mit 9,157 Euro den niedrigsten Schlussstand aller Zeiten. Damit rückt auch das Rekordtief von Ende September 2016 von 8,834 Euro wieder in Sichtweite.

Seit Jahresbeginn haben die Papiere bislang rund 38 Prozent verloren und sind damit schwächster Wert im Leitindex Dax. Am Freitagmorgen erholte sich die Papiere etwas und lagen rund zwei Prozent im Plus.

Auslöser war ein Bericht des „Wall Street Journal“. Wie die Zeitung unter Berufung auf Insider berichtete, stufte die US-Notenbank Fed das amerikanische Geschäft der Deutschen Bank bereits vor einem Jahr als „in schwierigem Zustand“ ein. Ein solcher Tadel sei selten und führe zu einer kurzen Leine der Aufseher. Das zog auch andere Kreditinstitute nach unten.

Der seit April amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing reagierte in einem Brief an die Mitarbeiter auf die Entwicklung. Er bekräftigte darin die finanzielle Stärke des Instituts. Das Niveau des Kredit- und Marktrisikos des größten deutschen Geldhauses sei selten so niedrig gewesen wie derzeit, erklärte Sewing. Der Refinanzierungsplan für das laufende Jahr sei weit fortgeschritten – zu guten Zinsen.

Sewing bekräftigte: „Wir müssen liefern – und zwar schnell und konsequent.“ Auch er habe „die schlechten Nachrichten satt“. Aber es gebe „keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Ja, der Aktienkurs notiert auf einem historischen Tief. Aber wir werden beweisen, dass wir eine andere Bewertung an den Finanzmärkten verdient haben“, betonte er. (rtr/dpa)