Washington

USA genehmigen Bayer die Übernahme von Monsanto

Pharmakonzern nimmt die entscheidende Hürde für den Zukauf

Washington. Für Bayer-Chef Werner Baumann ist der 29. Mai ein sehr guter Tag. Das US-Justizministerium genehmigte dem Konzern den Kauf des US-Saatgutanbieters Monsanto. Es ist die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Bayer gibt 62,5 Milliarden Dollar (rund 54 Milliarden Euro) aus. Die Amerikaner fordern von Bayer allerdings, Geschäftsteile im Wert von rund neun Milliarden Dollar zu verkaufen. Baumann hatte damit bereits gerechnet. Er hatte das Geschäft verkündet, kurz nachdem er im Mai 2016 als Konzernchef angetreten war.

Bayer steigt mit dem Geschäft zum größten Anbieter für Saatgut und Pflanzenschutzmittel weltweit auf. Die Zustimmung der Amerikaner war die größte Hürde, die der Konzern noch nehmen musste. Andere wichtige Wettbewerbsbehörden wie die in Brasilien, China, der Europäischen Union und in Russland hatten das Geschäft bereits unter Auflagen genehmigt. Noch prüfen einige Wettbewerbshüter, etwa in Mexiko und Kanada. Experten rechnen aber damit, dass auch sie vor allem auf die Entscheidung in den Vereinigten Staaten gewartet haben. Baumann zeigte sich zuletzt auf der Hauptversammlung des Konzerns optimistisch, die Übernahme im ersten Halbjahr durchzubekommen.

Die Führungsspitze der neuen Agrarchemiesparte, die von Monheim bei Leverkusen aus gesteuert werden soll, steht bereits: Liam Codon, der bisher das Bayer-Agrargeschäft leitet, wird auch die neue Konzernsparte führen. Hugh Grant, langjähriger Monsanto-Chef, verlässt das Unternehmen. Ob der Name Monsanto bestehen bleibt, ist noch unklar. Bei früheren Übernahmen, etwa der des Pharmakonzerns Schering in Berlin, waren die Namen nach einiger Zeit verschwunden.

Von den Auflagen der Wettbewerbshüter profitiert vor allem der deutsche Chemiekonzern BASF. Bayer hat sich bereits verpflichtet, den Ludwigshafenern Saatgutgeschäft mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro für insgesamt 7,6 Milliarden Euro zu verkaufen. Auch das Geschäft mit der Digitalisierung der Landwirtschaft geht an BASF. Weil Bayer mehr verkaufen muss, als zunächst geplant, fallen die Synergien, die die Leverkusener bei der Monsanto-Übernahme heben wollten, geringer aus.