Berlin/Hamburg

Berlin erobert Titel Gründerhauptstadt knapp zurück

Berlin/Hamburg. Spitzenreiter nur für ein Jahr: Hamburg hat den erst 2017 eroberten inoffiziellen Titel der deutschen Gründerhauptstadt wieder an Berlin verloren. Das ergibt sich aus dem Gründungsmonitor 2018 der staatlichen Förderbank KfW. Demnach ist die Zahl der Firmengründungen pro 10.000 Erwerbsfähige (im Alter zwischen 18 und 64 Jahren) im Schnitt der Jahre 2015 bis 2017 sowohl in Hamburg als auch Berlin auf rund 207 gesunken. Hamburg verlor mehr (minus 47) als Berlin (minus 31). Die Gründungstätigkeit in beiden Stadtstaaten unterscheide sich „lediglich im Nachkommabereich“, heißt es bei der KfW – zugunsten Berlins.

Dass in den beiden größten Städten des Landes besonders viele Einwohner den Schritt in die Selbstständigkeit gehen, hat aus Sicht der Statistiker vor allem damit zu tun, dass sich dort viele Freiberufler in der Medien- und IT-Branche selbstständig machen. In den westdeutschen Flächenländern sei der Anreiz, eine Firma zu gründen, geringer, weil es viele gut bezahlte Arbeitsstellen in der Industrie gebe. In den ostdeutschen Ländern seien die Erfolgsaussichten junger Firmen wegen der meist geringeren Kaufkraft schlechter.

Bundesweit sank die Zahl der Gründungen 2017 auf insgesamt etwa 557.000 (2016: 672.000). Der wichtigste Grund ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Wenn es gute Chancen gibt, einen festen Job zu finden, sinkt die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen.