Datenskandal

So will Facebook seine Nutzer über das Datenleck informieren

Facebook hatte es versprochen: Ab diesem Montag sollen alle Nutzer informiert werden, deren Daten zu Cambridge Analytica gelangt sind.

Facebook in der Kritik: Das sind die schwersten Vorwürfe
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Menlo Park.  Der Datenskandal hat das Vertrauen in Facebook erschüttert: Weltweit sollen Daten von 87 Millionen Nutzer an die Politikberatungsfirma Cambridge Analytica zweckwidrig weitergegeben worden sein. 310.000 deutsche Nutzer sollen betroffen sein.

Facebook will seine Nutzer nun weltweit ab diesem Montag über die mögliche Weitergabe ihrer Daten an Dritte informieren. „Wir werden es jedem mitteilen, dessen Daten von Cambridge Analytica betroffen sein könnten“, hatte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ am Donnerstagabend angekündigt.

Betroffene Nutzer von Facebook sollen oben im Newsfeed einen entsprechenden Hinweis angezeigt bekommen. Darüber hinaus werden auch alle anderen Nutzer mit einem Hinweis darüber informiert, welche Apps sie nutzen und welche Daten von den Diensten benutzt werden. Es soll eine einfache Möglichkeit geben, diese Apps zu löschen, kündigte Sandberg an.

Mark Zuckerberg wird kommende Woche vor US-Kongress befragt

Mitte März wurde bekannt, dass die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica unrechtmäßig an Informationen von Millionen Facebook-Usern gekommen war – ohne deren Wissen. Am Donnerstag teilte Facebook mit, dass bis zu 87 Millionen Nutzer weltweit betroffen sein könnten, darunter rund 310.000 Anwender aus Deutschland .

Zuvor war man von 50 Millionen Betroffenen ausgegangen. Konzernchef Mark Zuckerberg wird kommende Woche vor dem US-Kongress – zunächst vor dem Justizausschuss des Senats und dann vor dem Handelsausschuss des Repräsentantenhauses – zu dem Skandal befragt.

Facebook weiß nicht, welche Daten Cambridge Analytica hat

Nach eigenen Angaben weiß Facebook weiterhin nicht, welche Informationen seiner Nutzer genau im jüngsten Datenschutz-Skandal bei Cambridge Analytica gelandet sind.

„Bis zum heutigen Tage wissen wir nicht, welche Daten Cambridge Analytica hat“, sagte die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin Sandberg der „Financial Times“. Nach Gründer und Chef Mark Zuckerberg räumte auch sie Fehler ein und sagte, Facebook habe zu langsam reagiert. (dpa)