Weltwirtschaft

Forscher: Handelsstreit könnte Deutschland besonders treffen

Führende Wirtschaftsforscher warnen: Eine Eskalation des Handelsstreits zwischen USA und China könnte die Weltkonjunktur ausbremsen.

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China hat als Reaktion auf US-Strafzölle ebenfalls hohe Abgaben auf eine Reihe von Produkten aus den Vereinigten Staaten angekündigt. Betroffen sind 106 Produkte im Wert von 50 Milliarden Dollar ...

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Berlin.  Wirtschaftsforscher in Deutschland fürchten, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China die ganze Welt in Mitleidenschaft ziehen könnte. „Die Unsicherheit durch den Handelskonflikt kann weltweit eine Investitionszurückhaltung auslösen und damit die gesamte Weltkonjunktur ausbremsen“, sagte Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), unserer Redaktion.

„Die angekündigten Gegenmaßnahmen Chinas bedeuten vom Volumen und von der Struktur her eine massive Verschärfung der Eskalation.“ Auch die EU werde leiden, da ihre beiden wichtigsten Handelspartner getroffen seien.

Deutschland stark abhängig von Freihandel

„Gerade Deutschland wäre einer der großen Verlierer eines Handelskonflikts, auch wenn dieser hauptsächlich zwischen China und den USA stattfinden würde, denn das deutsche Wirtschaftsmodell ist stark abhängig von einem freien Welthandel“, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

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Selbst deutsche Exportunternehmen würden kaum von dem direkten Handelskonflikt zwischen den USA und China profitieren, da Deutschland ganz andere Produkte als die beiden Länder exportiere. Kurzfristig könnte es vielmehr zu Umleitungen von Handelsströmen und größeren Preisschwankungen kommen. „Eine deutliche Abkühlung der guten Konjunktur, auch und gerade in Deutschland, wäre unweigerlich das Resultat einer Verschärfung des weltweiten Handelskonflikts.“ (FMG)